Großübung bei Simona Kunststoffwerk

Über 100 Feuerwehrleute und 21 Fahrzeuge nahmen an der Großübung der Feuerwehren in der südlichen Ortenau Teil.

Unter derLeitung der Feuerwehr Ringsheim probten die Feuerwehren Ringsheim, Rust, Herbolzheim, Ettenheim, Kappel-Grafenhausen und Lahr den Ernstfall am Kunststoffwerk Simona AG. Nur durch das Verständnis der Bevölkerung können solche Übungen mit realer Alarmierung
und Einsatzrealistischer Anfahrt, also mit Sirene, Martinshorn und Blaulicht, angefahren werden. Auch waren, trotz der doch früheren Stunde, sehr viele begeisterte Zuschauer anwesend. Für das große Verständnis dafür, dass die Feuerwehren mit Sondersignal fuhren und auch teilweise für Behinderungen auf den Straßen sorgten, danken wir ganz herzlich.

Es zeigt uns nach wie vor, was wir der Bevölkerung wert sind. Ganz herzlich wollen wir uns aber auch bei der Simona bedanken. Es ist nicht alltäglich dass sich eine Firma für eine Feuerwehrübung einschränkt und dann noch die gesamten Einsatzkräfte zu einem stärkenden Vesper einlädt. Solch ein Engagement verdient unser aller Respekt und dafür wollen wir uns auch im Namen aller Einsatzkräfte herzlich bedanken. Die Übung hat allen neue Erkenntnisse gebracht, wir haben nun ein Gefühl welche Zeitabstände wir beachten müssen, welche Einsatzmittel mindestens notwendig sind und können nun versuchen mit den vorhanden Mitteln die größtmögliche Sicherheit für die Bewohner zu schaffen.

Ihre Feuerwehr Ringsheim

FWÜbung  Simona 1

Rund einhundert Einsatzkräfte der Feuerwehren der südlichen Ortenau und eine Einsatzgruppe des DRK Ringsheim probten am vergangenen Freitag auf dem Gelände der Ringsheimer Firma Simona den Ernstfall eines größeren Schadensereignisses. Rund zwanzig Fahrzeuge der Feuerwehr, von großen Leiterfahrzeugen bis hin zu Mannschaftswagen, sowie viel technisches Gerät kamen zum Einsatz. Frank Biehler, ehemaliger Kommandant der Ringsheimer Wehr, bereitete die Übung vor und war hernach auch Einsatzleiter

Sowohl die Firma Simona, die ihr Gelände als Übungsobjekt zur Verfügung stellte, als auch die Feuerwehr wollten aus dieser Übung Erkenntnisse aus neuen Einsatzstrukturen gewinnen. Nach einem Großbrand im November 2015 in einem Kunststoffrecyclingbetrieb in Herbolzheim hat das Landratsamt im Rahmen einer Begehung alle Kunststoffverarbeiter im Landkreis begutachtet und daraufhin die Alarm-und Ausrückeordnung der Feuerwehr geändert. Mit der Großübung sollten die neu getroffenen Festlegungen überprüft und gegebenenfalls Nachbesserungen veranlasst werden, wie von der Pressestelle der Firma Simona mitgeteilt wurde.

Laut Christian Feist, seit Januar diesen Jahres neuer Kommandant der Ringsheimer Wehr, stand die Übung unter zwei Aspekten. Großereignisse als solche und fehlende Tagesverfügbarkeit kleinerer Wehren erfordere zukünftig eine stärkere Zusammenarbeit der Feuerwehren. Hierzu sei es wichtig gemeinsame Übungen durchzuführen. Nur so könne im Einsatzfall effektive, überörtliche Hilfe geleistet werden. An der Übung nahmen Feuerwehrkräfte aus Ringsheim, Ettenheim, Herbolzheim, Lahr, Rust und Kappel-Grafenhausen, sowie der DRK-Ortsverein Ringsheim teil. Übungsschwerpunkte lagen in der Koordination der Kräfte, sowie der Aufbau einer unabhängigen Löschwasserversorgung.

Die Einsatzabläufe wurden von der Führungsgruppe Lahr vor Ort gesteuert und im Einsatztagebuch dokumentiert. Die Einsatzgruppen agierten dabei in ihren Einsatzabschnitten selbstständig. Großbrände erfordern viel Löschwasser, da gehe nach relativ kurzer Zeit die örtliche Wasserversorgung in die Knie. Feuerwehrkräfte aus Herbolzheim und Kappel-Grafenhausen verlegten eine rund 1,8 Kilometer lange Schlauchleitung aus Richtung Süden zum Einsatzort, um den Löschwasserbedarf zu sichern.

Was für den Betrachter vielleicht als Chaos wahrgenommen wird, folgt dennoch nach viel geübten Abläufen. Martinshörner, viele blinkende Lichter, rauschende Funkmeldungen, Atemschutzträger, oder mutige Männer, die mit der Drehleiter weit über die Dächer des Firmengeländes hochsteigen, alles folgt einem Ziel: Die Rettung von Menschenleben und der Erhalt von Sachwerten. Zwei aus dem verrauchten Firmengebäude gerettete Personen wurden vom DRK versorgt und betreut. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Happersberger aus Lahr machte sich am Übungsort ein Bild der Übungsabläufe.

Und die Erkenntnisse aus der Sicht des Ringsheimer Kommandanten?

Christian Feist ist Brandschutzingenieur bei der Firma Dresche & Partner in Herbolzheim und bringt beruflich sein Fachwissen in die Feuerwehr mit ein. Zwischen 30 und 45 Minuten müsse man ansetzten, um eine lange unabhängige Löschwasserversorgung aufzubauen. Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sei sehr gut gewesen, besonders auch mit der Herbolzheimer Wehr, die im Kreis Emmendingen auf anderen Funkkanälen kommuniziere. Für Kreisbrandmeister Happersberger sei der Einsatz überwiegend positiv verlaufen, wie er den eingesetzten Führungskräften vermittelt habe. Die Fahrzeugaufstellung sei hingegen nicht optimal gewesen. Das Bereithalten von Löschschaum wurde indes gelobt.

[Text: Adelbert Mutz]