Die Volkshochschule als Brücke zum Miteinander

Mit einem Festakt im Ringsheimer Bürgerhaus feierte die VHS-Außenstelle Ringsheim/Rust das 30-jährige Bestehen. Dank und Anerkennung wurden dem Gründer Bürgermeister Heinrich Dixa und seiner Gattin Esther, die seit dem Jahr 2000 die Außenstelle leitet, zuteil. Dozenten, Kursteilnehmer, Gemeinderäte und Bürger von Ringsheim und Rust folgten der Einladung der beiden Gemeinden und der VHS Lahr. Bürgermeister Erik Weide aus Friesenheim und  Bürgermeisterstellvertreterin Rebecca Wild aus Kappel-Grafenhausen wohnten der Feier ebenfalls bei. Eine gemischte Bläsergruppe der Musikkapellen Ringsheim und Rust unter der Leitung von Gerd Furtwängler sorgten für den musikalischen Rahmen.

Die Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit als Leiter der VHS Gundelfingen, der Kontakt zu seinem Ruster Amtskollegen Erich Spoth und zum ehemaligen VHS-Leiter in Lahr Gerd Möllmann, führten schließlich zur Neugründung der gemeinsamen Außenstelle Ringsheim/Rust, erwähnte Dixa. Mit dem Leitungswechsel an seine Ehefrau wurde die VHS bis zum heutigen Tag eine erfolgreiche Familienangelegenheit, wie in den Würdigungen der Gäste deutlich wurde. Der Erfolg lasse sich durch das breite Programmangebot, aber auch durch Zahlen belegen. So nahmen im vergangenen Jahr über 800 Teilnehmer an VHS-Kursen der Außenstelle teil, erwähnte Dixa.

Als „zentrale Säule der außerschulischen Bildung“, nannte Rust´ Bürgermeister Kai-Achim Klare die Volkshochschule, die den stetigen Wandel der Zeit erkenne und mit neuen Angeboten Rechnung trage. Die Sprachangebote fördern die Verständigung über Grenzen, Deutschkurse trügen zur Integration von Flüchtlingen bei, so Klare. Eine starke VHS sei für die Fragen der Menschen gut aufgestellt. Sein Dank galt der Leiterin Esther Dixa, die mit viel Herz und Sachverstand arbeite.

 Bgm. Klare, Carmen Wenkert, Esther Dixa, Bgm. Dixa, Gerd Möllmann

Als Zeitzeuge und Mitgestalter erinnerte Gerd Möllmann an die Anfänge der VHS. Bernhard Merten, Feindbild der Nationalsozialisten, war 1946 Mitbegründer der VHS Lahr mit dem Ziel, programmatisch irregeleitete Köpfe wieder aufzubauen, so Möllman. Freiheit der Gedanken, des Redens, des Gestaltens, ohne Tabus und Verpflichtung ist seit diesem Zeitpunkt Leitmotiv der Volkshochschulen. Die Themen entstammen nicht aus dem „Massenkorb der Veranstaltungen“, sagte Möllmann. Die Themen befassen sich heute mit allen Bereichen des Lebens. Dies werde in der VHS-Außenstelle Ringsheim/Rust besonders deutlich. Mit drei Leitsätzen sei die Arbeit der VHS im allgemeinen zu definieren: Es sind Orte der Freiheit, Stufen zur Bildung und Brücken zum Miteinander. Wie erfolgreich der zweite Bildungsweg sein kann, erläuterte Möllmann am Weg eines Kursteilnehmers, dessen Aufstieg zum Arzt mit einem Kurs in der Abendrealschule der VHS begann. Überzeugungsarbeit sei in der Landespolitik von Nöten gewesen. Möllmann erinnerte an eine Begegnung mit dem damaligen Abgeordneten Karl-Theodor Uhrig, der Kurse für „Salzburger Gewürzsträußchen“ als wenig förderungswürdig fand. Der persönliche Nutzen und der soziale Mehrwert der VHS sei jedoch nicht durch Statistiken auszudrücken.

Seit zwei Jahren ist Carmen Wenkert die neue Leiterin der VHS Lahr. „VHS macht süchtig“, so ihre Einschätzung. 173 VHS-Schulen mit 700 Außenstellen bilden ein großes Netz für Bildung und Förderung. Ihr ausdrücklicher Dank galt dem Ehepaar Dixa für die langjährige Arbeit. Es sei nicht nur wichtig vor Ort zu sein, alles müsse gemanagt und verwaltet werden. Esther Diexa dankte ihrerseits der Geschäftsstelle, den treuen Dozenten und Dozentinnen, sowie Annette Hog von der Gemeindeverwaltung. „Es macht mir Freude, weil es um Beziehungen geht“, sagte Esther Dixa, um gleichzeitig ein neues Kursangebot bekannt zu geben: „Der Kaffee-Sommelier“. Nach dem Badner-Lied von der interkommunalen Blechbläsergruppe luden beide Gemeinden zum Umtrunk mit guten Gesprächen ein. 

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]