Ringsheimer Wappen

Wappen der Gemeinde Ringsheim
In Silber in einem blauen Ring (der auf den Ortsnamen anspielt) eine sechsblättrige, goldenbesamte, rote Rose, mit grünen Kelchblättern. 1899 als Gemeindewappen eingeführt. Die Rose im Ring erscheint aber schon 1626 und wieder seit 1651 im Gemeindesiegel.

Wappen der Herren von Ringsheim

Wappen
Goldener Schrägrechtsbalken, der einen von Rot und Blau schrägrechts geteilten Schild belegt, auf dem Helm ein grüner Pfauenfederbusch. Der Schrägbalken begegnet seit 1305 in Siegeln des ritterbürtigen Geschlechts.


Detailbeschreibung:

Ein Schild von Rot und Blau schräg rechts geteilt und belegt mit einem goldenen Schrägrechtsbalken, ein Busch von Pfauenfedern dient als Helmzier: So beschreiben die Heraldiker das Wappen derer von Ringsheim. Das bunte Signum des Ringsheimer Adels ist in der Donaueschinger Handschrift Nummer 499 überliefert.

Als Ringsheim 1953 das Generallandesarchiv um eine farbige Fassung des Gemeindewappens bat, übernahm man in Karlsruhe die Farben Rot/Blau/Gold aus dem Adelswappen: die sechsblättrige rote Rose, goldenbesamt im blauen "Ring", der auf den Ortsnamen deutet. Der Ring ist das alte Dorfzeichen, das auch auf den Grenzsteinen erscheint, die Rose im Ring ist als Siegel seit 1629 belegt.

Im späten Mittelalter sind etwa 300 Jahre lang die Herren von Ringsheim im Dorfe nachweisbar. Sie waren ritterbürtig und gehörten zum Dienststadel der Bischöfe von Straßburg.

Nur vorübergehend haben sie den ganzen Ort, meistens nur Teile davon vom Bischof zu Lehen gehabt. Auch diese Anteile haben sie -es ist die Zeit zunehmender wirtschaftlicher Bedrängnis des Adels- oft verpfänden oder verkaufen müssen, etwa an die benachbarte Stadt Ettenheim oder an reiche Straßburger Bürger.

Einmal besaßen sie wohl den Ringsheimer Kleinen Meierhof, der zwischen dem heutigen Rathaus und der Kirchgasse lag. Die Edlen von Thengen hatten ihn mit dem vierten Teil des Dorfes Anfang des 14. Jahrhunderts als Unterlehen an den Ritter Heinrich, genannt Schenke, übertragen und dieser ihn an Rudolf von Ringsheim und dessen Sohn Gerhard weiter veräußert. Beide verkauften ihn schon 1315 an die Straßburger Familie Pfaffenlapp, von denen er 1322 an das Kloster Ettenheimmünster gelangte. Ihre Herkunft ist unklar und die Verwandtschaft der auftretenden Namensträger nur schwer zu bestimmen. Im letzten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts beginnen sie in den Urkunden zu erscheinen und gleich im Zusammenhang mit den Johannitern in Freiburg.

Dem Johanniterhaus in Freiburg gelten Stiftungen der Familie. So erklärt sich auch späterer Grundeigentum der Johanniter in Ringsheim, von dem wir wissen. der leider sehr unklaren Überlieferung nach war hier auch der Rötelberg mit seinem -wie Bodenfunde in unserem Raum beweisen- sehr früh genutzten Erzvorkommen einmal im Besitz eines geistlichen Ritterordens "Tempelherren". Vielleicht waren unsere Herren von Ringsheim also auch an einem mittelalterlichen Abbau des Berges beteiligt.

Einer ist Rudolf von Ringsheim, der 1291 im Rat von Kenzingen sitzt; ein weiterer Conrad, erscheint 1313 als Zeuge in Mahlberg. Walther von Ringsheim hat Besitz in Freiburg. In verwandtschaftlichen Beziehungen stehen adlige Familien wie die Meier von Kenzingen, von Dußlingen und von Stauffenberg. Einige Töchter der Sippe waren im 15. Jahrhundert Schwestern im Kloster Wonnental bei Kenzingen.

Zu dieser Zeit mußte die Familie Stück für Stück weitere Teile ihrer Lehensrechte über das Dorf Ringsheim verkaufen, fast immer an die Stadt Ettenheim. Ettenheim schloß auch 1465 mit ihnen einen Vertrag über eine gemeinschaftliche Verwaltung des Dorfes. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts starb dann aber das Geschlecht der Herrn von Ringsheim aus. Ihre Lehen fielen an den Oberlehensherren zurück, den Straßburger Bischof. Der verstand es, Ringsheim von Ettenheim zu lösen und das Dorf wieder an sich zu bringen.

(Abschrift aus dem "Alter Altvater Nr. 47, 1989, Seite 12)