Für den Ernstfall gut vorbereitet

 Die Rettung von Personen hat auch bei der Übung höchste Priorität
Die Rettung von Personen hat auch bei der Übung höchste Priorität

„Kommen Sie und schauen Sie“, war die öffentliche Aufforderung der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK zur gemeinsamen Jahreshauptübung in der Ringsheimer Ortsmitte. Ausnahmsweise waren Zuschauer beim Einsatz gern gesehen, denn der Ernstfall wurde nur geprobt. Etwa 150 „Schaulustige“ sahen dann auch eine überzeugende Leistung von Feuerwehr und DRK. Beide sind nicht nur gut ausgebildet, sondern auch sportlich ambitioniert.

Bei der Alarmauslösung rannten die Wehrmänner vom Übungsort im Sprint zum Feuerwehrhaus. Kurz danach fuhren sie auch schon mit Sondersignal vor. Es sollte demonstriert werden wie lange es dauert, bis die Einsatzkräfte einsatzbereit sind. Volker Kern informierte indes über Lautsprecher die Zuschauer über den Übungsablauf, bei dem besonders die jungen Gruppenführer ihr Können unter Beweis stellen durften. Übung erfolgreich absolviert, bestätigten danach der stellvertretende Kommandant Thomas Nieborowsky und Stefan Gehring, stellvertretender Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins.

Übungsobjekt war ein leerstehendes ehemaliges Ladengeschäft. Junggruppenführer Christian Feist hatte die Übung vorbereitet, er zeigte sich auch für den Ablauf verantwortlich. Dargestellt wurde in Zusammenarbeit mit dem DRK neben der Brandbekämpfung die Rettung von Menschen mit einfachen Mitteln. Besonders die erschwerten Bedingungen beim Vorgehen mit Atemschutz in verrauchten Räumen wurde den Zuschauern vor Augen geführt.

Das Vorgehen des Atemschutztrupps erwies sich wegen der starken Verrauchung innerhalb des Gebäudes als sehr schwierig. Für den Einsatz der Atemschutzträger bedeutet dies Stress, wurde verdeutlicht. Die übrigen Einsatzkräfte bereiteten aus verschiedenen Richtungen den Löschangriff mit teils langen Schlauchleitungen vor. Mit einfachen Einsatzleitern wurde die Rettung von Menschen aus dem Obergeschoss demonstriert. Dabei war nicht Schnelligkeit sondern sicheres und bedachtes Vorgehen gefragt. Eine bedeutende Schnittstelle ist jeweils die Übergabe von geretteten  Personen an die Kräfte des DRK. Sie wurden in unmittelbarer Nähe von sechs Aktiven, darunter auch zwei DRK-Jugendliche, betreut und erstversorgt. Offensichtlich waren die vielen Zuschauer von der Leistungsfähigkeit der Wehr und des DRK überzeugt, denn am Ende gab es viel Applaus. Übungsleiter Christian Feist gab sein erfolgreiches Debut und nahm auch von seinen Kollegen die Anerkennung entgegen.

Einiges könne man nur simulieren, denn im Ernstfall werde die Stützpunktwehr aus Ettenheim automatisch ebenfalls alarmiert. Ähnliches gelte auch für das DRK, informierte Stefan Gehring, denn sowohl Notarzt und Rettungssanitäter würden die weitere Versorgung von Verletzten übernehmen. Mit der derzeitigen Situation der Ringsheimer Wehr sei man sehr zufrieden und mit 16 Jugendlichen sei auch die Zukunft der Wehr gesichert, sagte Thomas Nieborowsky nach der Übung. Mit neuen Uniformen werde das Erscheinungsbild der Feuerwehr gestärkt. Die technischen Anforderungen an die Wehr seien hoch. Viele Airbags in Pkws seien zum Beispiel bei der Bergung von Verletzten von Bedeutung.

Die  Brandbekämpfung an Gebäuden mit Fotovoltaikanlagen berge ebenfalls Gefahren für die Einsatzkräfte. Die Anforderungen an die Freiwilligen Feuerwehren steige ständig. Noch nicht konkret und spruchreif sei ein zukünftiges gemeinsames neues Gebäude für die Feuerwehr, DRK und Bauhof, sagte Nieborowsky. Es werde bereits darüber nachgedacht, wo ein solches Gebäude entstehen könnte.

Besonders der DRK-Ortsverein würde sich darüber freuen, teilte Stefen Gehring bei der Übung mit. Nach der Neugestaltung des Rathausplatzes, verbunden mit dem Abriss ihres Lagerraumes, habe der DRK-Ortsverein für Fahrzeuge und Gerätschaften nur eine vorübergehende Bleibe in einer Scheune des leerstehenden Übungsobjektes.

 Die Kräfte des DRK-Ortsvereins versorgten die geborgenen und verletzten Personen vor Ort
Die Kräfte des DRK-Ortsvereins versorgten die geborgenen und verletzten Personen vor Ort