Viel Gemeindepolitik beim Fasnachtsumzug in Ringsheim

Wer sich in Ringsheim über das Dorfgeschehen informieren möchte, muss eigentlich nur den Umzug der Rämässerzunft am Fasnachtssonntag besuchen. Traditionell nehmen Vereine, Schule und private Gruppen das politische und gesellschaftliche Dorfleben unter die Lupe.

Umzugskoordinator Hans-Dieter Volz gab um 14:01 Uhr das Zeichen zum Start. Trotz Kälte hatten viele Ringsheimer und auswärtige Gäste die Straßen gesäumt, ganz vorne die Kinder, um Süßigkeiten aufzufangen. Völlig unpolitisch, aber schön anzusehen, waren auch Gruppen in bunten Kostümen.

Frierende Zuschauer an der Umzugsstrecke wurden mit schwungvoller Musik der Musikkapelle, des Spielmannszuges und den Guggenmusikern „Ohrenquäler“ in Bewegung gehalten. Richtig auf die Ohren gab`s aus dicken Lautsprecherboxen der Motivwagen. Nicht wegzudenken sind die Ringsheimer Häsgruppen der Rämässer, Stollehex und Särglihexe. Vorneweg, und wie es sich für eine Königin gehört, Jasmin I. (Jasmin Nopper), hoch oben auf ihrem Thron. wetterfest eingepackt huldigte sie ihren „Untertanen“.

Eine große Bereicherung ist Jahr für Jahr die Teilnahme von Schülern und Eltern der vier Grundschulklassen. Zwei Klassen stellten ein ganz persönliches Anliegen dar. Sie protestierten nicht zum ersten Mal für einen sicheren Schulweg von der Limbach über die Alte B3 zur Schule. Als „lebendige“ Zebras und Verkehrspolizisten zeigten sie erneut auf, dass entweder eine Ampelregelung oder zumindest ein mobiler Zebrastreifen angebracht wäre: „Ringse nid verzweifle, mir sin de lebendig Zebrastreife“, hieß es auf ihrem Plakat. „Footballer & Cheerleader“ und „Ampelmännchen“ kamen ebenfalls von der Schule.

Besonders die Vereine kümmerten sich um die Darstellung des Ortsgeschehens. Noch ist gähnende Lehre auf Kirchplatz, dennoch zogen ehrwürdige Senioren, einschließlich der „Muppets“ schon einmal in das geplante Seniorenheim „Friedhofsblick“ ein. Dass der „Wasserpark Ringsheim/Rust“ letztlich allein von der leistungsfähigen Fernwärmeversorgung in Ringsheim abhängt, wurde mit einem großen Motivwagen der Feuerwehr dargestellt. Die Botschaft: Liefert Ringsheim keine Wärme, gibt’s in Rust keine Badetherme.

Ein Weihnachtsmarkt ohne Bratwürste beim ersten Ringsheimer Weihnachtsmarkt, das beklagte die Schluddisgruppe MOR und zeigte mit ihrer mobilen Wurstbräterei auf, wie es beim nächsten Markt funktionieren muss. Einige Gruppen aus benachbarten Gemeinden reihten sich mit zum Teil großen Motivwagen in den Ringsheimer Umzug ein. Besonders attraktiv sind jeweils private Kleingruppen mit unterschiedlichen Themen.

Selbstredend waren auch die Zunftmitglieder mit dem Ballett, dem Narrenrat, den Räbwiebern und Räbmännern am Umzug beteiligt. Volker Kern kommentierte als Moderator das Umzugsgeschehen. Die erfahrene und „exklusiv“ besetzte Jury unter der Leitung des Obernarren OZM Markus God durfte am Ende Preise an die Mitwirkenden verteilen. Es war letztlich nur eine Anerkennung für das besondere Engagement zur Wahrung des fasnächtlichen Brauchtums, wie Volker Kern erwähnte.

Im Narrentempel Bürgerhaus vergnügte sich das Narrenvolk noch lange beim fasnächtlichen Treiben.

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]

Weitere Bilder der Fasnachtskampagne 2015 she. Bildergalerie (linker Frame)