Junge Weine vom Kaiserberg verkostet

Die Bürgermeister genossen auch den Bürgermeister Cuvée aus dem Rebsortengarten
Profunde Weinkenner und Weingenießer konnten im Ringsheimer Bürgerhaus die jungen Weine des Kaiserbergjahrganges 2014 verkosten. In Kooperation mit den Gemeinden Ettenheim, Herbolzheim und Ringsheim, präsentierten die Winzergnossenschaften aus Ettenheim und Herbolzheim, sowie der Ringsheimer Weinhof Volz 12 Jungweine. Die Jungweinprobe findet seit vielen Jahren traditionell im Ringsheimer Bürgerhaus statt. Als gut gelaunte Probesprecherin erwies sich Marie-Luise Wolf, ehemalige Badische Weinprinzessin vom Kaiserstuhl. Die musikalischen Weinbegleiter, das „Rindfleischquintett“ vom Elztal, machten richtig gute Stimmung und erwiesen sich gleichzeitig als hervorragende Musiker. Neben den Bürgermeisterkollegen Ernst Schilling (Herbolzheim) und Bruno Metz (Ettenheim) begrüßte Ringsheims Bürgermeister Heinrich Dixa die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Isabell Vetter aus Herbolzheim-Bleichheim.


Die Jungweinprobe, inzwischen ein Kulturereignis ersten Ranges in der Region, ging vor Jahren auf die Idee eines Winzers im Rahmen des Kaiserbergfestes im Oktober zurück, erinnerte Heinrich Dixa. Er verdeutlichte das Engagement der drei Bürgermeister beim Herbsten im Rebsortengarten, dem öffentlichen Trotten in Herbolzheim und Ettenheim, der Weinpräsentation im Europapark, dem Kaiserberfest auf dem Heuberg und schließlich als krönender Abschluss die Jungweinprobe.

Marie-Luise Wolf, selbst Nebenerwerbswinzerin, verstand es mit blumigen Umschreibungen die Weine in ihrer Vielfalt und Ausstrahlung darzustellen, Wein als Kunstwerk. Dabei sparte sie nicht mit wohlklingenden Adjektiven. Der Bürgermeister Cuvée sei so lieblich wie ihre Namensträger, turtelte Wolf, zum sichtbaren Vergnügen der Amtsträger. Zur „Halbzeit“ wurde ein Versperteller der Ringsheimer Metzgerei Tischler serviert.

Die Ringsheimer Rebwieber und Rebmänner kredenzen in gewohnter Manier im Winzeroutfit die Weine und den Vesperteller.

Mit immer neuen Überraschungen trat das Rindfleischquintett auf die Bühne. Die lustigen Gesellen sind nicht etwa Angestellte eines Schlachthofes, sondern ihr Anliegen ist es, alemannische Volksmusik auch aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu machen, fern jeglicher Bollenhut- und Kukusuhrenromantik. Ihr Repertoire umfasste Liedgut von mehreren Jahrhunderten in Form von Lumpen- oder Protestliedern. Mit bekannten Ohrwürmern wie zum Beispiel der „Hans im Schnoogeloch“ spielte sich Gruppe auf hohem Niveau in die Herzen der Zuhörer. So auch Maximilian Fütterer bei seinem Klarinettensolo „Tico-Tico“, einer Homage an den Elztäler Theodor Tränkle, der sein Glück im 19. Jahrhundert als Rinderbaron in Südamerika suchte. Und immer wieder wurde das Publikum aktiviert, bei den Liedern mit zu singen, was gerne und in vollen Zügen genossen wurde. Bei dem Lied „Liebe Lola, lass das Weinen“, bebte das Bürgerhaus.

Musik und Wein, in Maßen auf hohem Niveau genossen, gehört zusammen, das wurde an diesem Abend wieder einmal deutlich. Der Dank von Bürgermeister Heinrich Dixa galt besonders den Winzerinnen und Winzern für die unermüdliche Arbeit in den Reben. Besonderes Lob ging an seine Mitarbeiterin Saskia Schiedel von der Gemeindeverwaltung.

Weinverkostung: Alle 12 Weine vom Kaiserberg QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) und trocken (fast ganz oder völlig durchgegoren) ausgebaut :

Winzergenossenschaft Ettenheim: Souvignier gris, Grauburgunder, Bürgermeister Cuvée, Zweigelt Rotwein

Winzergenossenschaft Herbolzheim: Weißburgunder, Spätburgunder Rotwein, Kerner, Spätburgunder Weißherbst

Weinhof Volz Ringsheim: Weißburgunder, Spätburgunder Rose, Grauburgunder, Spätburgunder Rotwein

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]

 Rebwieber und Rebmänner servierten köstliche Kaiserbergweine
Rebwieber und Rebmänner servierten köstliche Kaiserbergweine
 Gute Musik zu gutem Wein, das passt zusammen; das
Gute Musik zu gutem Wein, das passt zusammen; das "Rindfleischquartett" aus dem Elztal spielte sich in die Herzen der Weinliebhaber