Ein Leben für die Musik

Monika Müller, seit über 20 Jahren Leiterin des Ringsheimer Seniorenchores, wurde in der letzten von ihr geleiteten Singstunde von Bürgermeister Heinrich Dixa mit herzlichem Dank im Namen der Gemeinde im Bürgerhaus verabschiedet. Elli Person dankte im Namen der Seniorinnen und Senioren.

Eine Nachfolgerin oder Nachfolger für das Amt konnte noch nicht gewonnen werden.

„Sie haben viele Jahre dem Chor ein Gesicht gegeben“, erwähnte Bürgermeister Dixa. Mit zunehmendem Alter werde es immer wichtiger die Gemeinschaft zu pflegen. Singen sei dabei besonders geeignet, denn Singen verbindet. Nach den Dankesworten überreichte Dixa Blumen und eine Urkunde der Gemeinde. Elli Person blickte in ihrer Ansprache auf viele Anlässe in den vergangenen Jahren zurück. Ein großes Anliegen sei es der Chorleiterin gewesen, das Leben und den Alltag von alten und kranken Menschen in Pflegeheimen mit dem Seniorenchor zu bereichern. Die Geselligkeit bei Festen und Ausflügen seien auch wichtiger Bestandteil des Chorlebens gewesen.

Singen im Ehrenamt war für die heute 83-jährige aktive Sängerin des Kirchenchores Lebensaufgabe und Erfüllung zugleich. Von ihrer Leidenschaft für die Volksmusik, vieles wird heute nicht mehr gesungen, profitierte besonders der Seniorenchor, wo manch verloren gegangenes Liedgut wieder zu hören war. Im 14-tägigen Rhythmus wurde im Bürgerhaus geprobt, und in den letzten Jahren von Angelika Heumann am Akkordeon begleitet. Melodie und Texte alter Lieder kennt Monika Müller alle auswendig.

Auf Grund ihres Engagements auch innerhalb der Pfarrgemeinde wurde sie im Jahre 2008 vom damaligen Kultusminister Helmut Rau geehrt. Monika Müller sog die Liebe zum Gesang quasi mit der Muttermilch auf. Im elterlichen Haus, gegenüber dem Gasthaus Bahnhöfle, wuchs sie mit einer Schwester und zwei Brüdern auf.

Früher habe man viel mehr gesungen als heute, stellt sie fest, besonders mit ihrer Schwester Klara am Sonntag beim Geschirr spülen. Während der Kriegszeit habe sie oft als kleines neugieriges Mädchen die fremden Soldaten in der gegenüberliegenden Bahnhofgaststätte besucht, wo sie Soldatenlieder lernte. Man habe das kleine Mädchen auf den Tisch gestellt und es hat drauf los gesungen, erinnert sich Monika Müller. „Singen wurde für mich zum Lebensinhalt“, sagt sie heute. Der Gesang und der rege Kontakt zu den Menschen haben ihr auch über leidvolle Erfahrungen des Lebens hinweg geholfen.

Bürgermeister Heinrich Dixa dankt Monika Müller für die langjährige Tätigkeit als Chorleiterin
Bürgermeister Heinrich Dixa dankt Monika Müller für die langjährige Tätigkeit als Chorleiterin