Bürgermeister Heinrich Dixa ludt die Bürger Ringsheim zum Neujahrsempfang in das Bürgerhaus ein

Heinrich Dixa

Bis zuletzt hatte Heinrich Dixa sich bedeckt gehalten und die Spekulationen angeheizt. Wird er nach 32 Jahren an der Spitze der Verwaltung in diesem Herbst noch einmal, dann für die fünfte Amtszeit als Bürgermeister von Ringsheim kandidieren? Beim Neujahrsempfang am Sonntagabend im Bürgerhaus hat er Klartext geredet: "Ich stehe für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung", sagte Dixa am Ende seiner Neujahrsansprache.

Ihm gleich tut es Feuerwehrkommandant Frank Biehler. Auch er erklärte, dass er nach 20 Jahren an der Spitze der Ringsheimer Feuerwehr die Kommandobrücke verlassen werde und bei der Hauptversammlung am kommenden Samstag nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stehe. Im Namen der ganzen Gemeinde dankte Dixa vor rund 300 geladenen Gästen des Neujahrsempfangs im Bürgerhaus dem scheidenden Kommandanten.

Mit kräftigem Applaus wurde zuvor dem Bürgermeister ob seiner Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, Respekt gezollt. Er habe lange nachgedacht und seinen Entschluss mit der Familie besprochen, so Dixa in seiner Neujahrsrede. Sein Amt habe er gerne gemacht und mit großer Leidenschaft wahrgenommen. Martin Weber, stellvertretender Bürgermeister, bescheinigte Dixa in seinen Dankesworten eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit mit den kommunalpolitischen Gremien. "Es war stets ein Ringen um die beste Lösung", kommentierte Dixa.

1985 war Dixa das erste Mal zur Bürgermeisterwahl angetreten und hatte sich gegen mehrere Bewerber durchgesetzt und die Nachfolge von Altbürgermeister Ludwig Greber angetreten, der mit 95 Jahren am Sonntag Ehrengast des Neujahrsempfangs war. Dreimal wurde wurde Dixa (1993, 2001 und 2009) im Amt bestätigt.

Die Neujahrsansprache 2017 von Dixa stand unter keinem Motto. Es wolle einen Rückblick und eine Vorausschau zur Entwicklung der Gemeinde geben, betonte er. Mit einem Zitat von Martin Luther King "Wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben", richtete Dixa den Blick in die politische und gesellschaftlich schwierige Situation. Mit der Gegenwart sei man unzufrieden, während die Vergangenheit verklärt werde. Dies sei auch im Spannungsfeld einer Gemeinde spürbar. Menschlichkeit und Toleranz prägten ein gutes soziales Klima einer Gemeinde, betonte Dixa.

Dass Ringsheim seit Jahren auf dem richtigen Weg sei, wollte Dixa mit Zahlen belegten: Die Gemeinde wachse von 2343 Einwohner im Dezember 2015 auf 2379 Einwohner im Dezember 2016, der Haushalt 2016 habe in Volumen von acht Millionen Euro. Die Gemeinde habe aktuell zwar eine halbe Million Euro Schulden, diesen gegenüber ständen aber Rücklagen von rund drei Millionen Euro. Die Prokopfverschuldung betrage 219 Euro.

Die Entwicklung in den Bau- und Gewerbegebieten sei gut, alle Bauplätze im Johannesgarten seien verkauft, ebenso die Gewerbeflächen im Leimenfeld. Weitere Flächen für den Wohnungsbau und für Gewerbe seien in der Planung. Besonders die Sanierung der Ortsmitte mit der Neugestaltung des Rathausplatzes, dem Bau des Seniorenwohnheims und der Sanierung des Friedmannhauses am Lindenplatz haben dem Ort ein neues prägendes Gesicht gegeben, betonte Dixa. Der Tourismuszweckverband Ringsheim/Rust bilde in der Region eine Achse mit Zukunftsperspektiven in vielen Bereichen. Um dies zu bewältigen, sei der Ausbau der Autobahnanschlussstelle und der Bau eines Bahnhofes – bisher Bahnhalt – in Ringsheim erforderlich. Mit dem Bau der beiden Gleise an der Autobahn müsse gleichzeitig der sechsspurige Ausbau vorangetrieben werden, forderte Dixa.

Auf der Agenda der Gemeinde ständen außerdem der Neubau eines Feuerwehrhauses und die Sanierung des Grasweges. Zur Sicherung der Wasserversorgung der Südgemeinden sei der Bau des dritten Tiefbrunnens notwendig, ebenso sei der Zusammenschluss der beiden Wasserversorgungsverbände wünschenswert.

 Cantina Band
Mit flotter Musik unterhielt die Cantina Band die Gäste


"2017 wird ein spannendes Jahr werden", mutmaßte der Bürgermeister. Mit einem ganz neuen Imagefilm soll für die Tourismusregion Baden-Elsass geworben werden. Er wurde im Bürgersaal erstmals öffentlich gezeigt. Dankesworte richtete Dixa auch an seine Frau Esther, die 30 Jahre lang ehrenamtlich in der Bücherei tätig war, sowie an Ambros Hog und die Cantina-Band unter der Leitung von Udo Goldschmidt für die musikalischen Beiträge. Im Anschluss lud die Gemeinde Ringsheim zu einem Neujahrsumtrunk ein.

Text: Adelbert Mutz

Ambros Hog singt das Lied "Rose im Ring"

Ambros Hog

Das Lied "Rose im Ring" wurde erstmals durch die Cantina Band und dem Sänger Ambros Hog vorgetragen.

Udo Goldschmidt komponierte eigens die Musik und Ambros Hog schrieb den Liedtext.

Frank Biehler wurde als Ringsheimer Feuerwehrkomandant verabschiedet

Kommandant

Viele positive Eigenschaften habe der scheidende Kommandant Frank Biehler für die Feuerwehr mit eingebracht: Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit, Fachwissen und eine Menge Zeit. Er habe sich deshalb in der Gemeinde im Ehrenamt sehr verdient gemacht, erklärte Bürgermeister Heinrich Dixa beim Neujahrsempfang, bei dem Biehler nach 20 Jahren als Feuerwehrkommandant verabschiedet wurde. Die technische Ausstattung und die Ausbildung der Jugendwehr seien Biehler besonders am Herzen gelegen. Ein großer Wunsch, der Bau des neuen Feuerwehrhauses, konnte in seiner Amtszeit nicht verwirklicht werden, da notwendige Zuschüsse von Jahr zu Jahr immer wieder verschoben würden, bedauerte Dixa. Indes, die neuen adretten Uniformen für die Feuerwehr konnten beschafft werden.

Von 1996 bis 2016 war der heute 49-jährige Frank Biehler Kommandant, zuvor war er Stellvertreter und gleichzeitig als Schriftführer tätig. Seine langjährige Arbeit belohnt die Gemeinde mit einem einwöchigen Aufenthalt im Feuerwehrheim St. Florian in Titisee. Thomas Nieborowsky, stellvertretender Kommandant, dankte im Namen seiner Kameraden: "Du hinterlässt eine gut ausgebildete Feuerwehr." Am kommenden Samstag wird die Feuerwehr in ihrer Hauptversammlung einen neuen Kommandanten wählen, der dann noch vom Gemeinderat bestätigt werden muss.