Ringsheimer Feuerwehr und DRK proben den Ernstfall

Man mag es sich in der Realität nicht vorstellen, ein Brandfall in einem Kindergarten. Weil aber auch das nicht auszuschließen ist, hatte die Ringsheimer Feuerwehr und das örtliche DRK das Objekt Kindergarten für die Jahresübung ausgesucht. Die Wehr wurde von den Kameraden aus Ettenheim mit der Rettungsdrehleiter unterstützt. Die Jugendfeuerwehr sperrte während der Übung die Zufahrten zum Übungsobjekt. Man habe handwerklich gut gearbeitet, aber auch einsatztaktische Fehler gemacht, die im Ernstfall zu vermeiden seien, war das Fazit des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Thomas Happersberger bei der anschließenden Übungsbesprechung.

Viele Zuschauer hatten sich trotz schlechten Wetters am Übungsort eingefunden, um das Zusammenspiel der Einsatzkräfte zu beobachten. Die Übungsannahme: Durch einen technischen Defekt in der Zwischendecke entstand ein Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung, weshalb der Brandherd nicht sofort lokalisiert wurde. Punkt 16 Uhr erfolgte der örtliche Sirenenalarm, bald darauf fuhren die Einsatzkräfte der Wehr und des DRK mit Sondersignal und mehreren Einsatzfahrzeugen an. Die Entscheidung des Einsatzleiters Maxemilian Feist war bald getroffen, die Menschenrettung von Personen im Ober- und Dachgeschoss war oberstes Ziel, während andere Kräfte einen Sperrriegel zur Brandbekämpfung aufbauten. Für die Zuschauer war ersichtlich, dass die Einsatzkräfte wohl organisiert, mit Bedacht und ohne Hektik vorgingen. Die Rettung einer Person aus dem Obergeschoss stellte sich schwierig dar, da die Fensteröffnung mit einem halbhohen Gitter versehen war. Nicht minder schwierig gestaltete sich die Rettung einer bewusstlosen Person im Dachgeschoss mit dem Drehleiterfahrzeug der Ettenheimer Wehr. Die geretteten Personen wurden außerhalb des Gefahrenbereichs von Kräften des DRK übernommen und versorgt. Inzwischen ist die genaue Dokumentation des Einsatzgeschehens eine Selbstverständlichkeit.

Kommandant Christian Feist dankte bei der Besprechung seinem Bruder Maxemilian für die Übernahme der Einsatzleitung. Von Happersberger forderte er „bitte ehrliche Worte“ zum Übungsverlauf. Eine gute handwerkliche Leistung konstatierte dieser, aber auch taktische Fehler. Die Menschenrettung über Steckleitern sei problematisch. Des weiteren müsse in einem strukturell guten Gebäude eine bewusstlose Person sofort aus dem Gebäude gebracht werden, da dürfe man nicht auf die Drehleiter warten, „das darf in Echtlage nicht passieren“, so Happersberger. Eine gute Zusammenarbeit bescheinigte Stefan Gehring vom DRK-Ortsverein der Feuerwehr, vier Personen seien in der Obhut des DRK versorgt worden. Der Leiter des Polizeipostens Ettenheim Joachim Ohnemus und Jürgen Rauer, Kommandant der Ettenheimer Feuerwehr, waren ebenfalls Zuschauer der Übung. Er wolle die Gelegenheit wahrnehmen, die Feuerwehren in seinem Zuständigkeitsbereich besser kennen zu lernen, sagte Ohnemus. Heinrich Dixa nahm in seiner 32-jährigen Amtszeit zum letzten mal als Bürgermeister an der Jahresübung teil. Im kommenden Monat wird er die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger übergeben. „Als ich hier her kam gab`s da einen Colonel Alfons Mutz“, scherzte Dixa. Sein Dank galt der gesamten Wehr und dem DRK mit der Bemerkung: „Übung heißt, ich bin noch kein Meister“. Auf Einladung der Gemeinde gab es ein gemeinsames Essen.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]