Tiefbrunnen für den Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau

Trotz zwölfjähriger Planung, 1,2 Mill.Euro für Gutachten gibt es noch immer keine Genehmigung zum Bau und Förderung über einen dritten Tiefbrunnen in den Elzwiesen.

Dennoch hat das Großprojekt im Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim (WVVSO) neuen Schwung erhalten. Bis Ende des Frühjahrs sollen die Rohrleitungen für die Ersatzwiesenwässerung stehen. Spätestens für den kommenden Herbst rechnet die Verbandsspitze mit der Genehmigung zur Förderung.

Am vergangenen Montag fand die Verbandsversammlung im Rathaus Ringsheim statt. Dort wurde viel über Neustart und neuen Bearbeitungsdruck auf die Genehmigungsbehörden gesprochen, um den dritten Tiefbrunnen im hochwertigen Naturschutzgebiet Elzwiesen endlich in Betrieb nehmen zu können. Dass das Verfahren neue Fahrt aufgenommen habe, bestätigt auf Anfrage auch Yvonne Müller vom Landratsamt Emmendingen: "Die Drähte laufen heiß." Müller ist Sachbearbeiterin im Genehmigungsverfahren für die etwa 16,8 Hektar große Fläche westlich von Herbolzheim, die als ökologische Ausgleichsfläche Ersatz für die wegfallende Wässerungsfläche rund um den geplanten dritten Tiefbrunnen erforderlich wird. "Das Verfahren läuft", erklärte Müller. Die Einwendungsfristen zur Ausweisung der Ersatzfläche seien noch nicht abgelaufen. Umfangreiche Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange lägen vor, die bei einem Erörterungstermin noch zu bewerten seien.

Der Bau von 1250 Meter Graben und rund 20 Einlassschützen und Schleusen (umgangssprachlich auch Stellfallen genannt) in der Ausgleichsfläche muss zu Beginn der Vegetationsphase am 1. März fertig sein. Das ist zu schaffen, sagen Projektleiter Peter Sackmann vom Ingenieurbüro Zink und Martin Weber, seit vielen Jahren Wiesen­wässerungs­meister auf den Elzwiesen. Der Ball liege derzeit beim Landratsamt Emmendingen.

Derweil läuft der Rohrleitungsbau vom zukünftigen dritten Brunnen unter der Elz hindurch zum Pumpwerk Tiefbrunnen Nord-West nach Zeitplan (wir berichteten). Wenn der Ortenaukreis und das Regierungspräsidium ebenfalls Zustimmung signalisieren, stehe dem Bau des Tiefbrunnens nichts mehr im Wege, hieß es in der Versammlung. "Auf der Marathonstrecke sind wir bei Kilometer 40 angelangt. Die letzten Meter zum Ziel werden wir auch noch schaffen", sagte Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber, der in der Versammlung am vergangenen Montag zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt wurde.


In der Versammlung vergab der Verband den Auftrag zur Herstellung der Gräben und Schleusen im Ersatzwässerungsgebiet an die Firma Wisser & Danzeisen aus Herbolzheim/Teningen zum Angebotspreis von rund 315 000 Euro.

Für die vorhandenen beiden Tiefbrunnen im Ruster Gewann Feinschießen mit einer genehmigten Gesamtfördermenge von einer Million Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr lief zum Jahresende die Erlaubnis zur Grundwasserentnahme aus. Die Erlaubnis gilt nicht mehr unbefristet, sondern läuft nach 15 Jahren aus, wie Peter Sackmann vom Büro Zink bemerkte. Das Büro erhielt den Auftrag, das Verfahren für einen neuen Förderantrag in Gang zu setzen (Kosten: 18 000 Euro).