Inbetriebnahme der Wiesenwässerung

Der Bau eines dritten Tiefbrunnens im Gewann Feinschießen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung der Verbandsgemeinden begleitete die Agenda des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim.

Die jetzige Inbetriebnahme der Wiesenwässerung ist ein wichtiger Meilenstein für das Großprojekt. Nach sechs Monaten Bauzeit und mit rund 750 000 Euro Kosten wird jetzt auf einer Fläche von 19,3 Hektar Wiesengelände nördlich der Landstraße zwischen Herbolzheim und Rheinhausen erstmals gewässert. Das Wasser der Elz wird dabei über eine neue Einlassschleuse nahe dem EnBW-Regionalzentrum bei Rheinhausen über den Heuweggraben an der Landstraße entlang in Richtung Osten geführt und auf dieser Strecke über mehrere Stellfallen auf das nördlich angrenzende Wiesengelände geleitet.

Diese Ersatzwiesenwässerung ist Voraussetzung für Bau und Betrieb des dritten Tiefbrunnens. Durch die geplante Förderung von 500 000 Kubikmeter Trinkwasser über diesen Tiefbrunnen gehen rund um den Brunnen etwa 23,3 Hektar wertvolles Wiesenwässerungsgelände im Naturschutzgebiet Elzwiesen verloren. Das Ersatzwiesenwässerungsgebiet ist hierfür Ausgleichsfläche. In diesem Frühjahr soll für rund 200 000 Euro die Gemeindeverbindungsstraße von Ringsheim nach Oberhausen zurückgebaut werden. Dies dient als weitere Ausgleichsfläche.

"Mit der Inbetriebnahme ist ein wichtiger Meilenstein für unser Großprojekt erreicht", resümierte Pascal Weber, Vorsitzender des Wasserversorgungsverbands und Bürgermeister von Ringsheim. Er erinnerte an die hohen Hürden, die überwunden werden mussten, und an die eingegangene Kooperation mit Rheinhausen. Rheinhausen ist nicht am Wasserversorgungsverband als Mitgliedsgemeinde beteiligt ist und ist auch kein Abnehmer von Trinkwasser. Durch die Überlassung von Wiesenfläche hat die Gemeinde die Ausweisung der Ausgleichsfläche ermöglicht. Weber lobt alle am Projekt Beteiligten, erhielt aber auch solches zurück, denn durch ihn habe das Projekt neue Impulse erfahren. Weber ließ durchblicken, dass dies auch unter dem Druck eines Krisengesprächs mit Vertretern des Nachbarverbands Kappel-Grafenhausen/Rust im November geschah. Seit Jahren wird über eine Fusion beider Verbände verhandelt, seit Jahren aber auch vor dem Hintergrund und der Voraussetzung, dass der dritte Tiefbrunnen komme. "Die Frage war, ob wir Vollgas geben oder das Projekt begraben müssen.“

Das Ingenieurbüro Zink war hierbei ein wichtiger Wegbegleiter in der Planung. Der Geschäftsführer Peter Sackmann lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Wiesenwässerungsmeister Martin Weber. Bürgermeister Weber: "Ein absoluter Praktiker und Kenner des Reviers. Seine Vorschläge haben dem Verband sicherlich einen sechsstelligen Betrag bei der Investition erspart."

Jetzt stehe noch die wasserrechtliche Genehmigung für den Betrieb des dritten Tiefbrunnens aus. Das Verfahren läuft, so Pascal Weber. Dann kann gebaut werden.