Mittwoch, 23. April 2008Rathaussanierung

Architekturbüro Schlager gewinnt den Wettbewerb um die Ringsheimer Rathaussanierung

Das Schwanauer Architekturbüro Schlager hat den Architektenwettbewerb um den Ringsheimer Rathaus-Umbau für sich entschieden. Der Entwurf sieht für die Ringsheimer Ortsmitte auch ein neues Wohn- und Geschäftshaus zur Kirchstraße hin vor, das etwa als Café oder Touristeninformation genutzt werden könnte.

Am Montagnachmittag wurden die Entwürfe der fünf eingeladenen Architekturbüros in einer Pressekonferenz vorgestellt. Es sei eine reizvolle Aufgabe gewesen, das denkmalgeschützte Gebäude im Erscheinungsbild so gut wie möglich zu erhalten, andererseits aber dort eine moderne Verwaltung unterzubringen, sagte Bürgermeister Heinrich Dixa.

Die Fachjury - bestehend aus Dixa, Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, zwei Architekten, dem Lahrer Baubürgermeister sowie dem Freiburger Professor Jo Frowein - sah diese Aufgabe einstimmig im Entwurf des Architekturbüros Schlager am besten gelöst. Das Rathaus wird in diesem freigestellt, der rückwärtige Anbau wird abgerissen. Auf der westlichen Seite ist ein Wohn- und Geschäftshaus geplant. Das Kriegerdenkmal bekommt gegenüber dem Rathauseingang einen neuen Platz.

Der behindertengerechte Zugang zum Rathaus erfolgt über die Rückseite, über diesen Eingang kann auch der Sitzungssaal separat erschlossen werden. Ansonsten wird der bestehende Rathauseingang beibehalten. Im Erdgeschoss des Rathauses wird das Bürgerbüro untergebracht. Der bisherige Flur wird zugunsten eines Hallenraums aufgelöst. Der neue Sitzungssaal des Gemeinderats ist im Dachgeschoss untergebracht. Clou des Entwurfs ist das zentrale Oberlicht: Der obere Teil des Dachfirstes wird mit Glas gestaltet. "Das hat nachts auch eine Zeichenhaftigkeit" , sagte Achim Schlager bei der Vorstellung des Entwurfs: So könne schon von weitem gesehen werden, dass im Rathaus getagt werde.

"Die Lösung war uns am sympathischsten, weil sie mit der Struktur des Hauses arbeitet" , sagte Frowein. Man sei allerdings bei keinem Entwurf mit allen Details einverstanden gewesen - es seien ja auch nur Vorentwürfe. An dem Siegerentwurf lobte der Juryvorsitzende auch die Helligkeit. Das Konzept eines inneren Rathausplatzes - durch das neue Gebäude - fand allerdings nicht seine Zustimmung.

Den Architekturbüros war bei der Mehrfachbeauftragung viel Freiheit eingeräumt worden. So hatten drei der fünf teilnehmenden Büros mit einem Anbau geplant, obwohl sich die Gemeinderäte bereits in mehreren Sitzungen gegen einen Anbau ausgesprochen hatten. Diese Entwürfe verwarf die Jury jedoch mit einem Hinweis auf die hohen Kosten durch zwei Baustellen und darauf, dass das geforderte Raumprogramm auch im Rathaus selbst unterzubringen war. Nur die zweitplatzierte Werkgruppe Lahr hatte ebenfalls alleine mit dem bestehenden Gebäude geplant.

Für die Planung der Rathaussanierung sind in den diesjährigen Haushalt Ringsheims 80 000 Euro eingestellt. Die Kosten für die Mehrfachbeau ftragung waren im Vorfeld mit rund 66 000 Euro sowie 10 000 für die Vorbereitung beziffert worden. Für den Rathausumbau werden bisher 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Ob der Sieger-Entwurf auch tatsächlich umgesetzt wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden. Die verschiedenen Entwürfe sind im Rathaus zu besichtigen.

Projektbeschreibung [pdf]   Lageplan [pdf]    Bsp. Erdgeschoss Rathaus [pdf]