ZAK plant ein Informationszentrum

Das Gebäude auf dem Gelände des Zweckverbands Abfallbehandlung auf dem Kahlenberg soll bereits im Dezember in Betrieb gehen

Ein Informations- und Umweltbildungszentrum mit dem Namen "Blickpunkt Kahlenberg" soll bis Ende des Jahres auf dem Gelände des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) entstehen. Der Gemeinderat von Ringsheim hat dem Bauvorhaben in seiner Sitzung am Dienstagabend im Rathaus zugestimmt.

Wie der Geschäftsführer und Betriebsleiter der Anlage, Georg Gibis, gegenüber der Badischen Zeitung bestätigte, sei ein 200 Quadratmeter großes Gebäude für rund 330 000 Euro geplant, das als Informations- und Bildungszentrum noch im Dezember eröffnet werden soll.

"Wir haben ein Konzept erarbeitet, um unser Know-how nach außen zu transportieren" , sagte Gibis. Nach dem ZAK-Verfahren könne der Restabfall von 563 000 Einwohnern aus den beiden Landkreisen Emmendingen und Ortenau so behandelt werden, dass nur noch fünf Prozent nicht weiter verwertbarer Abfall übrig blieben. Dies wird durch die Verknüpfung von vier mechanischen und biologischen Verfahrensstufen erreicht, die bislang einzigartig sind, heißt es in der Beschreibung der Anlage im Life-Projekt der EU, die die technische Umsetzung des Verfahrens von 2003 bis 2006 gefördert hat.

In den vergangenen Jahren seien so viele Besucher aus dem In- und Ausland, Gruppen von Ingenieuren, Politikern, Vereine und Schulklassen gekommen, dass eine zentrale Stelle nötig geworden sei, um den Informationswünschen gerecht zu werden und um ein umfassendes Bildungsangebot im Bereich Umwelt anzubieten, sagte Betriebsleiter Gibis. Zusätzliches Personal werde dafür nicht eingesetzt. Für Vorträge und Führungen würden Mitarbeiter der Anlage auf dem Kahlenberg und Berater der Abfallwirtschaft aus den beiden zuständigen Landkreisen hinzugezogen. Da gebe es Experten auf allen Gebieten, auch mit pädagogischer Ausbildung, sagte Georg Gibis. Außerdem wolle man mit Ehrenamtlichen arbeiten. Das neue Zentrum werde aus zwei Bausteinen bestehen: Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, bei der Natur-, Arten und Klimaschutz sowie der schonende Umgang mit Ressourcen, etwa durch Gewinnung von Ersatzbrennstoffen, vorgestellt werden solle.

Die Betriebsabläufe würden es nicht mehr zulassen, dass immer wieder Besucher durch die Anlagen geführt werden, so Gibis. Mit dem Informations- und Umweltbildungszentrum könne man Informationen an einem Ort gebündelt anbieten, aber auch direkt Einblicke in die Betriebsabläufe geben.

Moderne Präsentationsmethoden und die entsprechende Technik auf dem Betriebsgelände machten das möglich. Das eingeschossige Gebäude soll in der Kurve unterhalb des Verwaltungsgebäudes, auf dem Weg zur Waage, entstehen. Es soll farblich als auch gestalterisch, etwa mit begrüntem Flachdach, den natürlichen Gegebenheiten am Kahlenberg entsprechen.

Badische Zeitung vom Freitag, 23. Mai 2008 / Erika Sieberts