Galaktischer Auftritt im Chaos-All

Großaufgebot an Schülern und Lehrern für Aufführung des Kindermusicals "Leben im All"

Ein himmlischeres Geschenk hätte sich Schulleiter Rolf Kirnberger zu seinem Abschied nicht wünschen können. Die Schulgemeinde der Karl-Person-Schule hatte mit dem Kindermusical "Leben im All" zweimal in voll besetzter Bürgerhalle eine gelungene Vorstellung dargeboten.

Rund vierzig Kinder im Chor, etwa 18 Musiker im Orchester - von der Grundschülerin bis zur Oma waren alle Generationen vertreten - und zwei Dutzend Hauptdarsteller auf der Bühne bereiteten eine Stunde lang begeisterten Besuchern ein Erlebnis. Es stimmte alles: Maske, Kostüme, Bühnenbild, Technik. Der Inhalt des Musicals: Mit "im Himmel ist die Hölle los" weckte Grafiker Kai Bumann im Einführungstext die Neugierde. So gefräßig sich das bedrohliche Schwarze Loch - sensationell gut gesungen und gespielt von der Drittklässlerin Johanna Mutz - auf alles stürzte, was ihm vor den Rachen kam, den frechen Sternschnuppen war all das ziemlich schnuppe. Ihre Unerschrockenheit hielt das Chaos im Weltall, lange bevor sich das Sonnensystem allmählich sortierte, am Brodeln.

Auch das Erlöschen von Opa Galaxos (toll: Kjell Kayser) sorgte zwar für kurzfristige sphärische Traurigkeit, aber seine Geschenke zum Abschied waren zugleich Neuanfang: Saturn (Jennifer Eckhardt) bekam seinen Ring, die Erde ihren Mond, der Komet XXL (Valentino Volz), der als Angeber die Schnuppen nervte, Inliner, um noch schneller zu werden, Pluto (Franziska Schüller) eine Kristallkugel, in der man die Zukunft des Universums lesen konnte - ein Schatz, um den es sich zu kämpfen lohnte, für Sternschnuppen, Planeten und natürlich das Schwarze Loch.

Es müsste ein schlechtes Kinder-Musical sein, wenn am Ende nicht das Gute obsiegen würde. Nach und nach nämlich finden die Planeten ihre Bahn, kreisen geordnet um die Sonne. Und selbst die immer ein wenig unglückliche Erde (prima von Tim Erny verkörpert) sollte am Ende glücklich sein, wird sie doch von den Sternschnuppen aufgemöbelt und mit wunderschönen Stern-Bildern dekoriert. "Die Menschen werden Augen machen" , waren sich die Gestirne beim Blick durch die Kristallkugel in die eine Milliarde Jahre ferne Zukunft sicher. Augen machten auf der Bühne Opa (Tobias Fleck) und Kind (Katharina Höfling) beim "Träumen unterm Himmelszelt" , während die Erzähler (Sebastian Ohnemus, Patrick Weber, Marcel Bihl, Phil Biehler) das alles natürlich schon vorher wussten.

Alle Mitwirkenden verdienten große Anerkennung für ihre Darstellungen. In weiteren Hauptrollen: Sophia Person als vornehme Venus, Lena Henninger als Mars, Saphira Paulino als strahlende Sonne. Als Sterne leuchteten Fabienne Weber, Jannik Weber, Alicia Paulino; frech und witzig, gesangs- und ausdrucksstark die Sternschnuppen Vivian Frey, Paula Kusserow, Alina Steinhauser, Johannes Schmidt, Marc Loewer und Karolin Brotsman. Dazu die Tanzgruppen der Klassen 2/3 und 5/6, die mit flotter Sohle den Urknall feierten. Die Regie des Gesamtwerks lag bei Gisela Frank, weitere verantwortliche Lehrer waren Silvia Berndt, Doris Brandt, Roland Berndt und Jörg Biehler. Zudem wirkten Mitglieder des Musikvereins mit.

Klaus Schade, Badische Zeitung vom Donnerstag, 24. Juli 2008