Feierlicher Abschied nach 33 Jahren

Der Rektor der Karl-Person-Schule, Rolf Kirnberger, ist gestern in Ringsheim in den Ruhestand verabschiedet worden

Kirnberger

Lob, Lob und Lob gab es bei der feierlichen Verabschiedung für den scheidenden Rektor der Karl-Person-Schule gestern im Foyer der Schule. Rolf Kirnberger habe der Schule in den 17 Jahren als Rektor seinen Stempel aufgedrückt, sagte Ringsheims Bürgermeister Heinrich Dixa. Zahlreiche Wegbegleiter waren gekommen, um Kirnberger nach seinen insgesamt 33 Jahren an der Karl-Person-Schule in den Ruhestand zu verabschieden.

Es stelle einen hohen Anspruch, 33 Jahre an einem Ort zu bleiben, sagte Schulamtsdirektor Bernhard Peschke in seiner Rede. Denn dann werde man nicht an schönen Worten, sondern an Taten gemessen. Kirnberger habe mit Engagement gewirkt, sowohl im Beruf wie auch im Privatleben und in seinem bürgerschaftlichen Engagement, so Peschke. Auch im Alltag sei ihm ein gutes Leben gelungen, mit seinen Erfolgen im Tennis und seinem Einsatz für die Städtepartnerschaft. Vor allem aber als Pädagoge: "Sie können auf ihren Berufsweg stolz sein."

Kirnberger

1943 wurde Rolf Kirnberger in Herbolzheim geboren. "Alle seine Dienstorte kann man an einem Nachmittag gemütlichen mit dem Fahrrad abfahren", sagte Peschke: Nach dem Studium an der Freiburger Pädagogischen Hochschule trat Kirnberger in Meißenheim 1967 seinen ersten Dienst an. Nach acht Jahren ließ er sich auf eigenen Wunsch näher an seinen Wohnort Herbolzheim versetzen. So kam er an die Karl-Person-Schule, der er seit 1991 als Rektor vorstand. "Wir Bedauern Ihren Weggang sehr" , meinte Peschke.

"Eine Ära geht zu Ende" , sagte Bürgermeister Heinrich Dixa. "Wir verlieren einen ausgezeichneten Pädagogen, einen Alleskönner mit menschlichen Fähigkeiten." Die Ernennung Kirnbergers sei ein Glücksfall für die Gemeinde gewesen. Als Rektor sei Kirnberger stets mit der Zeit gegangen. Nachdem die langjährige Zusammenarbeit mit der Hauptschule Rust beendet worden sei, habe er eine Kooperation mit dem August-Ruf-Bildungszentrum begonnen. Diese "Zukunftslösung" werde vom Kultusministerium auch für andere Schulen empfohlen, so Dixa. Die Karl-Person-Schule sei optimal mit dem Ort vernetzt, durch die Bücherei im Gebäude, durch die Kooperationen mit den Vereinen. Kirnberger habe diese auch als langjähriger Schriftführer für die IG Ringsheimer Vereine vorangetrieben.

"Du hast Dir immer Zeit genommen" , hob Konrad Erny, der stellvertretende Schulleiter, hervor. So sei der Rektor Seelentröster, Brezel- und Schokiverkäufer, Busfahrer und Friedensstifter gewesen. "Wir werden Deine Herzlichkeit vermissen." Der Elternbeiratsvorsitzende Thomas Maurer verabschiedete Kirnberger mit einer launigen Rede und dem Hinweis, dass man auch nach der Pensionierung weiter unterrichten dürfe.

Kirnberger selbst zählte auf, was ihm in Ringsheim besonders gefallen habe: Die Projekte der Schule, das Bewegunsprofil, das humorvolle Kollegium sowie ein Schulträger, bei dem Bildung ganz oben gestanden habe. "Ich habe in der Schulgemeinde Ringsheim den Lebensraum gefunden, den man sich als Lehrer wünscht" , sagte Kirnberger.

Die Schüler dankten dem scheidenden Rektor mit mehreren Liedbeiträgen, die Gemeinde mit Wein, einer Karaffe und einem üppigen Buffet für alle Festgäste.

Badische Zeitung vom Mittwoch, 23. Juli 2008. Von unserer Redakteurin Katharina Meyer