Badische Zeitung vom Montag, 25. August 2008 

Etwas zaghaft, aber ohne Spritzer Abo

Bürgermeister Heinrich Dixa zapft am Freitag das erste Bier beim Ringsheimer Gassenfest, das noch bis heute andauert

Von unserem Mitarbeiter Stefan Merkle

RINGSHEIM. Ob im "Krug zum grünen Kranz" beim Musikverein, in der Feuerwehrschenke oder im Saftladen der Bläserjugend: Beim 31. Ringsheimer Gassenfest am Wochenende wurde allerorten zünftig geschwoft, geschlemmt und gehoben.

Das galt vor allem für Rämässer-Königin Stephanie II. (Stephanie Fairbrother), die zur Eröffnung am Samstag den Festbesuchern mit einem gewaltigen Weinpokal zuprostete. Zuvor musste allerdings Bürgermeister Heinrich Dixa den Hammer schwingen. Etwas zaghaft zwar, aber ohne Spritzer schlug er den Hahn ins Holzfass und zapfte das erste schäumende Festbier. Das wurde ebenso wie einige Flaschen vom Ringsheimer Wein an die Zuschauer der Eröffnungszeremonie ausgeschenkt. Sichtlich erfreut war der Bürgermeister, seinen ehemaligen Amtskollegen aus der Partnergemeinde Albigny-sur-Saône, Henri Saint-Pierre, begrüßen zu dürfen. Er hatte nebst Gattin mit weiteren Freunden aus Frankreich den weiten Weg auf sich genommen, um in Ringsheim mitfeiern zu können.

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Bürgermeister Heinrich Dixa und die Rämässer-Königin Stephanie II. eröffne ...mehr

Gute Tradition ist zwischenzeitlich, dass auch Wein aus Albigny beim Gassenfest kredenzt wird. Ebenso traditionell konnte Dixa einmal mehr zahlreiche Gäste aus Belgien willkommen heißen.

Nach Marsch und Prosit vom Musikverein, erstmals beim Fest unter Direktion von Werner Parodat, strömten die Besucher in die Festmeile, die sich über die Herrenstraße bis hin zum Rathaus erstreckte. Neben den Lauben der örtlichen Vereine, aus denen es bereits herrlich nach Gebratenem duftete, drehten sich Kinderkarussells und an Schieß- und Losbuden gingen die ersten Teddybären, Plastikrosen und Schlüsselanhänger über die Theke. Auch Lebkuchenherzen mit Sprüchen, süß wie der umrahmende Zuckerguss, gab es zu erstehen.

Wer noch weise Ratschläge brauchte, ehe er der Dame seiner Wahl einen solch herzhaften Liebesbeweis um den Hals band, konnte mit ihr erst zum Liebestest-Automat schlendern, der für 20 Cent zuverlässig ein Ergebnis zwischen "liebestoll" und "kühl" ausspuckte, oder sich vom benachbarten Wahrsager-Automat die Zukunft vorhersehen lassen — "mit Lotto- und Totozahlen" , versprach die Werbung.

Wer auf dem Fest dagegen nichts fürs Auge fand, der wurde im Rathaus sicher fündig. Dort präsentierte die Ringsheimer Senioren-Handarbeits-Gruppe ihre Arbeiten. Spitzendeckchen, Strümpfe, aber auch verblüffend echt aussehende, jedoch aus Strickwerkwerk bestehende Blumengebinde und niedliche Puppenkostüme waren dabei. Die Ausstellung und das Gassenfest laden noch bis heute, Montag, zum Besuch ein.

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FOTO: Sandra DecouxKone