Zwei Linden am Brunnen

Die Neugestaltung von Lindenplatz und Herrenstraße in Ringsheim nimmt Konturen an: In ihrer Sitzung am Dienstagabend haben sich die Gemeinderäte auf eine von vier Planungsvarianten geeinigt. Dem Entwurf zufolge wird der Brunnen nach Osten verschoben und die Herrenstraße bekommt eine kleine Allee auf der westliche Seite. Das Laufener Ingenieurbüro Zink wird den Plan nun ausarbeiten, kosten soll die Umgestaltung rund 520 000 Euro.

Das Ingenieurbüro hat den Bereich Hauptstraße in Höhe Herrenstraße bis zum Pfarrhaus untersucht; vier Varianten für die Umgestaltung hatte das Büro bereits im Juni vorgestellt. Zwischenzeitlich sind auch die Leitungen untersucht worden: Die Wasserversorgungsleitung sei zwar noch in Ordnung, sie sollte aber wegen ihres Alters gleich mit ausgetauscht werden, empfahlen die Ingenieure laut Sitzungsprotokoll. Die Abwasserleitung könne in der Straße verbleiben.

Kosten soll die Neugestaltung des Ortskerns rund 520 000 Euro. Bürgermeister Heinrich Dixa plädierte laut Protokoll dennoch dafür: "Wenn wir unseren Ort vom Zentrum her umgestalten wollen, werden wir nicht umhin kommen, Geld in die Hand zu nehmen", so Dixa, "die Neugestaltung der Herrenstraße wird für den gesamten Ort zu einer Aufwertung führen."

In der Diskussion kristallisierte sich eine Präferenz für die Planungsvariante vier heraus: Sie sieht vor, dass entlang der westlichen Seite der Herrenstraße mehrere Bäume gepflanzt werden. Der nach Osten verschobene Lindenbrunnen würde künftig von zwei Linden flankiert. Der Pflasterbereich wird in die Hauptstraße weitergeführt. Ein zusätzlich angedachter kleiner Wasserlauf entlang der Straße fand allerdings nicht den Gefallen der Gemeinderäte. Martin Weber etwa hatte wegen der künftigen Unterhaltungskosten Bedenken. Einziger Haken der jetzigen Planung: Der TuS Ringsheim wird den Platz für seine Laube verlieren.

Franz-Josef Person und Konrad Broßmer regten an, die Anwohner mit in die Diskussion einzubeziehen. Das Büro Zink sei dazu sicher bereit, zunächst müsse man jedoch eine bestimmte Richtung festlegen, so Dixa dem Sitzungsprotokoll zufolge. Der Gemeinderat beauftragte das Büro Zink schließlich einstimmig damit, die Umgestaltung der Herrenstraße auf Basis der Variante Vier - ohne Wasserlauf - weiterzuentwickeln.

Aus der Badischen Zeitung vom 24. Oktober 2008

Plan Herrenstraße Oktober 2008
So sieht die von den Gemeinderäten favorisierte Neugestaltung der Herrenstraße aus: Der Lindenbrunnen (im Bild rechts) wird nach Osten verschoben, entlang der westlichen Seite der Herrenstraße entsteht eine Allee, die Blickachse zum Pfarrhaus (ganz links) bleibt bestehen. | Foto: REpro: INGENIEURBÜRO ZINK