Schnittkurs des Obst- und Gartenbauverein Ringsheim

Schnittkurs des Obstbauvereins Ringsheim  Der richtige Schnitt an der richtigen Stelle, zur ri
Der richtige Schnitt an der richtigen Stelle, zur richtigen Zeit, das sind die Idealvoraussetzungen, um im Obstanbau erfolgreich zu sein. Damit dies gelingt, bietet der Ringsheimer Obstbauverein Kurse für den Baumschnitt an. Am vergangenen Samstag waren an die 30 Obstanbauer in die Nähe des Grillplatzes gekommen. Dort wurden sie vom Vorsitzenden Markus Kreis begrüßt, der den Referenten, Mathias Bernhard vorstellte. Der Agraringenieur beim Landratsamt Ortenaukreis ist ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Unter den Interessenten, die sich wichtige Tips für den Baumschnitt holen wollten, waren auch Frauen, Baumschneiden ist also keine Männerdomäne mehr.

So standen alle um einen kleinen Spindelbaum herum und betrachteten wie ein Kunstwerk die Ästhetik des kleinen Baumes. Nämlich der sollte „Federn lassen", aber wie und wo? Die speziellen Begriffe wie Spindelbaum, Triebwachstum, Sommerriss oder Garnierung wurden für einen Laien erst im Laufe des Vortrages klarer. „Einen Anschnitt machen wir nur, wenn wir die Krone aufbauen müssen, steht der Baum im Ertrag, wird nicht mehr angeschnitten", war einer der Tips des Experten. Dass sich unter den Besuchern auch ausgewiesene oder selbsternannte Experten befanden, wurde bei der Diskussion über einen kleinen Ast deutlich. Wie überall in der Fachwelt gibt es viele Meinungen. Mathias Bernhard meinte hierzu: „Fünf Bauern, sieben Meinungen". „Wir schauen den Baum von oben nach unten an, um mit wenigen Schnitten große Wirkung zu erzielen, denn rumschnippeln bringt nichts", waren weitere wichtige Tips. Bei Glühwein und Brezeln wurden die Fachgespräche zu Ende geführt.

Der Obstanbau in Ringsheim dient nicht der Vermarktung, sondern zu großen Teilen der Schnapsbrennerei, aber auch dem Eigenverbrauch. Alte Bestände von Streuobstwiesen mit alten Obstsorten gibt es nur noch wenige. In der Hauptsache kamen groß- und kleinflächige Junganlagen hinzu. Birnen (z.B.Williams), Äpfel und Kirschen bestimmen im Wesentlichen den Obstbestand. Es gibt aber auch noch Raritäten wie die Mirabelle oder die Wagenstädter Pflaume.

Autor: Adelbert Mutz