Konzert im Bürgerhaus Ringsheim ein voller Erfolg

Konzert Fluck
Die Gesangssolisten des Abends: Ludwig Fluck (li.), Antje Tomaschke-Weschle, Roldand Rettenmaier
„Dies Bildnis ist bezaubernd schön", diese Arie aus der „Zauberflöte", gesungen von Ludwig Fluck, läßt sich auf den ganzen Konzertabend übertragen. Über 200 Gäste waren gekommen, um einen bezaubernden musikalischen Abend mit der Sopranistin Antje Tomaschke-Weschle aus Ichenheim, dem Bariton Roland Rettenmaier und dem Tenor Ludwig Fluck, beide Ringsheimer Sänger, zu erleben. Das Terzett wurde von dem Lahrer Pianisten Franz Rösch begleitet.

Der 1. Teil des Abends war geprägt von Liedern des Komponisten Franz Schubert (1797-1828) und Liedbeiträgen aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte".
Mit „An die Musik" -der Text stammt aus einem Gedicht von Franz von Schober, einem Freund von Schubert- eröffnete der Tenor Ludwig Fluck den Abend und gab schon einmal zu erkennen, dass seine kräftige, ausdrucksstarke Stimme alle in der Kultursaal erreichte.

Sein Debüt auf der Bühne gab der Ringsheimer Pfarrer und Bariton Roland Rettenmaier. Seine sichtliche Anspannung löste sich bald und seine warme, in den tieferen Lagen fast sonore Baritonstimme, setzte einen schönen Kontrast zu den hohen Stimmen von Sopran und Tenor.
Mit „Auf den Flügeln des Gesangs", von Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem Schubertlied „Der Lindenbaum", aus dem Liederzyklus „Winterreise", gab der Bariton einen gelungenen Einstand. Das lyrische Lied wird in der Literatur oft als Symbol für Heimat und Geborgenheit verwendet.

Mit Antje Tomaschke-Weschle kam eine selbstbewußt auftretende Sopranistin ins Scheinwerferlicht. Im Hauptberuf Chefarztsekretärin im Lahrer Klinikum, begann sie schon 1988 mit der Gesangsausbildung und hat inzwischen auf vielen Bühnen in der Region ihr Können unter Beweis gestellt. Mit „Seligkeit", einem schönen und anmutigen kleinen Strophenlied von Schubert, stellte die Sopranistin die Strahlkraft ihrer hohen Sopranstimme schon einmal unter Beweis. Mit zwei weiteren Schubertliedern, „Die Forelle" und das „Wandern" trat der Tenor Ludwig Fluck auf die Bühne. Mit dem Kunstlied „Die Forelle", wird vor allem durch die Flügelbegleitung eine besondere Lebhaftigkeit erreicht. Franz Rösch, während des gesamten Abends stark gefordert, wurde bei diesem Stück viel Aufmerksamkeit abverlangt.
Ein Themenwechsel erfolgte mit dem Gospel „Give me Jesus", das Rettenmaier sowohl inhaltlich als auch musikalische auf den Leib geschrieben war. Mit „Over the rainbow", aus dem Film „Wizard of Oz", sang die Sopranistin eine klassische Ballade.

Mit Stücken aus der Oper „Die Zauberflöte" von W.A. Mozart (1756-1791) wurde die Tür zum Operngesang geöffnet. Mit der Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön" (Tenor), dem Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen" (Sopran, Tenor) und dem Terzett „Soll ich, Teurer, nicht mehr sehn?" wurde der 1. Teil des Konzertabends abgeschlossen.

Der zweite Teil des Konzertes war der Operette gewidmet. „Grüß euch Gott, alle miteinander", aus dem „Vogelhändler" von Carl Zeller (1842-1898), brachte richtig Schwung in die vielen Zuschauerreihen. Einige summten und wippten dann auch schon einmal mit dem Gesangsterzett mit. Einer der Höhepunkte des Abends und eine Herausforderung für die Sopranistin war das „Schwipslied" aus "Eine Nacht in Venedig" von Frederick Loewe. Man hätte in der Tat glauben dürfen, die Sopranistin hätte ein Glas zu viel getrunken. Viel Applaus für diese Leistung.
„Lass Dir Zeit, wenn du den Mädchen winkst", das war die Botschaft des Kellermeisters aus der gleichnamigen Operette von Carl Zeller, von Ludwig Fluck interpretiert.
Roland Rettenmaier hatte keine Mühe mit der Auftrittsarie des Bürgermeisters „O sancta Justitia", aus der komischen Oper von Albert Lortzing (1801-1851). „O, ich bin klug und weise, und mich betrügt man nicht" , sang der „Bürgermeister" energisch. Ein Gegensatz dazu jedoch der warmherzige Gospelsong „Old man River", mit dem Rettenmaier in der Tiefe ein bischen zu kämpfen hatte.
Ludwig Fluck und das „Wolgalied" gehören fast zusammen. Das Herz-Schmerz-Stück aus der Operette „Der Zarewitsch" von Franz Lehár (1870-1948) singt er mit großer Inbrunst, als wäre es nur für ihn komponiert worden. Tosender Beifall war ihm sicher.
Es folgten die Lieder „Lippen schweigen", aus der Operette „Die lustige Witwe" von Franz Lehár, „Tanzen möcht ich" aus „Csárdásfürstin" und „Jai Mamám", beide von Emmerich Kálmán (1882-1953), gesungen im Duett und Terzett.

Ein zweistündiges Konzert ging vor begeistertem Publikum, das die Interpreten mit Beifall überschüttete, zu Ende. Ein Sonderlob hat sich Pianist Franz Rösch verdient, der keine ruhige Minute hatte, war er doch bei jedem Stück gefordert. Für Roland Rettenmaier ging ein Wunsch in Erfüllung, nämlich seine musikalische Begabung nicht nur in der Kirche, sondern auch auf der Bühne zu Gehör zu bringen. Sein Einstand ist gelungen. Die Sangeskünste von Antje Tomaschke-Weschle und Ludwig Fluck waren bekannt und beide bestätigten diese Einschätzung überzeugend.

[Autor: Adelbert Mutz]