Die Landfrauen im Wandel der Zeit

Landfrauen
Auf die Landfrauen können sich die Ringsheimer verlassen
Die Ringsheimer Landfrauen-Vereinigung feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Nur wenig kam dabei in die Öffentlichkeit, denn man wollte bewusst ohne großes Tamtam das Jubiläum miteinander feiern.
Das ist gelungen, dennoch ist es das Ereignis wert, zu informieren.

Es hat sich vieles verändert in den letzten 50 Jahren, seit Bestehen der Ringsheimer Landfrauen.
Einen Rückblick nahm Doris Mutz, die zusammen mit Angelika Spitz, Anneliese Blank, Monika Lienemann, Rita Schmidt, Else Fahrländer, Anneliese Hofstetter und Maria Weber das Führungsteam bilden.

Der Landfrauenverein Ringsheim wurde im Jahre 1960 gegründet, nachdem der Landfrauenverband Südbaden in die Dörfer ging, um die Frauen für die Interessen des ländlichen Raumes zu gewinnen. Die erste Vorsitzende war Hedwig Weber, die 40 Jahre lang das Amt begleitete. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals 2 DM, davon mußte die Hälfte auch noch an die Verbandsgeschäftsstelle nach Freiburg abgeführt werden. 25 Frauen waren bei der Gründung dabei, 1978 waren es 70 Mitglieder, heute gehören dem Verein noch 56 Mitglieder an. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 72 Jahren. Jüngere Frauen konnten nicht mehr gewonnen werden, was Doris Mutz sehr bedauerte.

Das Angebot der Landfrauenvereinigungen ist vielfältig. Neben der politischen Interessenver-tretung zählte die Weiterbildung zu den wichtigsten Aufgaben des Landfrauenverbandes. Anfangs waren dies Themen zur Ernährung, Vorratshaltung und dem Gartenbau. Seit Ende der 50er Jahre waren die Gesundheitsvorsorge durch Erholungskuren und Gymnastikkurse wichtige Themen. Weitere Themen waren Kurse für Hauswirtschaft und Familie. Doch auch die Landfrauen folgen der Entwicklung, denn heute heißt die Weiterbildung z.B. „Fit fürs Agrarbüro".

Das örtliche Engagement der Landfrauen ist auch heute noch sehr vielfältig, landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe machen sich in Ringsheim dagegen rar. In den Wintermonaten treffen sich die Frauen regelmäßig zu den Gymnastikkursen. Im Dorfleben sind sie unverzichtbarer Bestandteil und bis vor wenigen Jahren hatten sie am Gassenfest immer ihren Stand. Wenn ein Ringsheimer Verein „Profis" für einen Kaffee- und Kuchenstand benötigt, dann sind die Landfrauen zur Stelle, denn die haben die „Lizenz" um hervorragende Kuchen zu backen. Doris Mutz erinnerte auch daran, dass sie bereits zum dritten Mal die Bürgermeistertanne von Heinrich Dixa geschmückt hätten. Da durfte sonst niemand dran. Und man glaubt es nicht, sportlich waren die Landfrauen auf der Höhe. Beim Schießen der örtlichen Vereine belegten sie oft den 1. Rang. Das Rad steht nie still bei den Landfrauen, und so tragen sie nach wie vor zu einer funktionierenden Dorf- und Vereins-gemeinschaft bei.

Und was ist mit Ehrungen? Auf die wurde großzügig verzichtet, weil die früheren Aufzeichnungen nichts hergeben. Man besann sich einer Bibelstelle vom Gleichnis der Arbeiter im Weinberg, da bekamen alle denselben Lohn, auch die, die nur wenige Stunden gearbeitet hatten (Mt 20 1-16).
Doris Mutz: „Entscheidend ist für uns, dass so viele sich dem Verein verbunden fühlen und heute da sind".

Zum Schluss bekamen alle das Symbol der Landfrauen, die Biene, überreicht. Nicht in Silber und nicht zum Anstecken, sondern aus Hefeteig zum Essen.

Text und Bild: Adelbert Mutz