Musik lag in der Luft

Es ist die Zeit der lauten, schrillen und schrägen Töne, wenn die Guggenmusiker mit ihren  Trompeten und Trommeln schon Wochen vor der Fasnacht die Trommelfelle auf eine harte Probe stellen.

Ganz anders klang es jedoch beim Regionalwettbewerb für instrumentales und vokales Musizieren „Jugend musiziert“ des Ortenaukreises am vergangenen Wochenende in der Lahrer Musikschule.

Fast 500 Kinder und Jugendliche waren zu diesem Musikevent angemeldet. Eine Herausforderung an die Organisatoren der Musikschule, die diese bravurös meisterten. Mit dabei waren auch Ringsheimer junge Talente.

Als erster durfte der 15-jährige Cornelius Mutz am Solo- Schlagzeug sein Können beweisen. Seit acht Jahren wird er von Carly Lüftner in der Lahrer Musikschule unterrichtet und ist Mitglied im „Percussion Ensemble“, das sich durch zahlreiche Auftritte im In- und Ausland einen Namen gemacht hat. Zu den Höhepunkten zählen insbesondere die Auftritte bei „Magic Drums“. Das Arsenal an Instrumenten der Percussionisten ist groß, denn Marimbaphon, Xylophon, Pauken, Congas, Bongos und jede Menge Schlaginstrumente kommen zum Einsatz. Für den Auftritt in der Kategorie „Drum-Set Pop“ hatte Cornelius 15 Minuten zur Verfügung. Wie alle Musiker war auch Cornelius aufgeregt, dennoch hatte er ein Lächeln für die Jury übrig. Mit dem Stück „Clocks“ von Coldplay, bei dem die Musik eingespielt wurde, begann sein Auftritt, der ihm unter den Augen des Musiklehrers und der mitgereisten Fans Sicherheit verschaffte. Nach drei weiteren Solostücken von Rick Latham (Solo Nr. 1), Christian Novak (Simply Blue) und einer Eigenkomposition war es geschafft. Aufatmen bei ihm und bei Carly Lüftner. Der Lohn war ein zweiter Preis.

Drei junge Damen, Valerie Gruseck und Mira Kranz, beide 18 Jahre alt aus Ringsheim und die 17-jährige Amelie Schillinger aus Rheinhausen, traten am Sonntagabend in der Kategorie „Klarinettentrio“ vor die Jury. Die drei Musikerinnen haben bereits Erfahrung sammeln können. Valerie Gruseck stand im Einzelspiel schon einmal im Bundeswettbewerb, Mira Kranz und Amelie Schillinger standen schon mehrmals im Landeswettbewerb. Valerie und Mira spielen auch im Ringheimer Blasmusikorchester. Das Trio wurde von der Klarinettistin Andrea Nagy auf den Wettbewerb vorbereitet. Die Vorbereitung auf den Wettbewerb war sehr intensiv, sagte Andrea Nagy, zwei Wochen vor dem Auftritt wurde drei Mal in der Woche geprobt. Hinzu kämen noch die Proben ohne die Musiklehrerin. Aber der Aufwand hat sich dieses Mal wieder gelohnt, denn was das Trio zum Besten gab, überzeugte die Jury, der Lohn der Mühe war ein erster Preis mit 24 von 25 möglichen Punkten. Dies bedeutete die Teilnahme am Landeswettbewerb. Mit „Terzetto“ des belgischen Komponisten Marcel Poot (1901-1988) eröffnete das Trio ihr Programm. Die schwierige, modern gehaltene Komposition verlangte von den Spielerinnen, die spieltechnisch und musikalisch perfekt aufeinander abgestimmt waren, die volle Konzentration. Die weiteren Stücke waren ein „Trio in B a-Moll“ von J. Iwan Müller (1786-1854) und „Second Grand Trio Concertante for three clarinets“ von James Waterson (1834-1893). Sehr erleichtert über den gelungenen Auftritt waren am Ende des Vortrages die drei Musikerinnen, aber auch die Zuhörer aus Ringsheim und Rheinhausen. Diese spendeten dann nach dem zwanzigminütigen Auftritt der jungen Damen reichlich Beifall.

Die drei Klarinettistinnen und Cornelius Mutz werden, zusammen mit anderen Ringsheimer jungen Solisten, am Samstag, dem 14. Mai, im Ringsheimer Bürgerhaus bei einem Konzert noch einmal aufspielen.

Text und Bilder: Adelbert Mutz

Das Klarinettentrio bekam einen ersten Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb: (v.l.n.r.): Amelie Schillinger (Rheinhausen), Mira Kranz und Valerie Gruseck (beide Ringsheim)
Cornelius Mutz erspielte sich einen zweiten Preis in der Kategorie "Drum-Set Pop"