Die Rämässer in Ringsheim sind in die närrische Zielgerade eingebogen

Oberzunftmeister Ernst-Matthias Weber präsentiert dem Narrenvolk  die neue Rämässerkönigin Sonja I.
Zwei Tage lang war am vergangenen Wochenende das Ringsheimer Bürgerhaus fest in Narrenhand, denn die Rämässerzunft Ringsheim entlud wieder ein Feuerwerk fasnächtlichen Ringsheimer Brauchtums. Närrisch war nicht nur die vollbesetzte Halle, sondern auch das Publikum geschmückt, als die Party-Band „On Air“ die Narren einmarschieren ließ. Den Rämässer-Hästrägern wird traditionell der erste Tanz zugebilligt. Oberzunftmeister Ernst-Matthias Weber durfte in seiner Ansprache auch benachbarte Zünfte begrüßen, ehe er das Geheimnis über die neue Rämässerkönigin lüftete. Mantel und Krone wechselten von Evelyne Gantert zu

Sonja I. (Sonja God). In ihrer Antrittsrede machte die Malerin und Fan des SC keinen Hehldaraus, dass die Eltern und Großeltern genug angespart hätten, um sie finanziell unbeschadet zum Aschermittwoch zu bringen.

Markus God führte mit seinen „Lehrlingen“, den beiden Jungrämässern Janik God und Markus Göppert gekonnt durch das Programm.

Die beiden Urfasnachter Ruth und Hans-Dieter Volz und der Spielmannszug unterstützten das närrische Volk bei der Intonation des Rämässerliedes. Der „Narrensome“ (Leitung Ruth Volz), die Jüngsten der Zunft, wuselte in Clownkostümen über die Bühne. Ein kräftiger Applaus nach der Darbietung war den Kindern sicher. Zehn hübsche Gardemädchen unter der Leitung von „Powerfrau“ (Ernst-Matthias Weber) Sybille Friedmann, legten einen flotten Tanz auf die Bühne.

Die zwei „Brudligie“, Sybille Friedmann und Volker Kern berichteten über ihre Tätigkeit als Umzugshelfer ins neue Rathaus mit der Feststellung, dass es mit der Hilfsbereitschaft der Rathäusler nicht weit her war. Die krampfhafte und erfolglose Suche nach einheimischen Sargträgern wurde ebenfalls aufgetischt, wie das „teure Gemälde“ im Eingangsbereich des renovierten Rathauses. Die junge Gruppe der „No Name Rämässer“ tanzten zur Musik zum "Eurodance Flashmob" des norwegischen Hip-Hop-Duos Madcon, die Leitung hatte auch hier Ruth Volz.

„Menschen, Bilder, Emotionen“ war das Thema der „Rämässer United“, in dem  bekannte Szenengesichter wieder auflebten. Moderator Günter Jauch (Christian Weber) holte den Topstar Lena -Meyer Landrut (Jasmin Nopper), „unser Star für Oslo“ auf die Bühne. Mit einem umjubelten Auftritt stellte Jasmin Nopper ihre Gesang- und Schauspielqualitäten unter Beweis. Narumol (Tobias Hug) und Josef (Florian Müller), das Kultduo aus „Bauer sucht Frau“  waren die nächsten Stargäste. Und die Zuhörer wollten es hören: „ Ich bin f...? und fertig“, war von Narumol zu hören. Diese lieferte sich dann noch ein Duell mit Fernsehstarkoch Johann Lafer (Christian Müller), wobei Lafer entsetzt reagierte, als Narumol eine Currywurst förmlich exekutierte. Zum Schluss sorgte DJ (Sebastian Singler) für gute Laune. Eine eindrucksvolle Schau gelang den „Los Tiquillas“ (Männer des TUS) mit ihrer Schwarzlichtshow „Mexikanische Hühner“, mit der sie großen Beifall entgegennehmen durften. Wie durch Zauberhand geführt, tanzten die Hühner mit ihren langen leuchtenden Hälsen über die Bühne. Die Männertruppe stand unter der Leitung von Julia Römer.

Wenn die „Kahlenbergkrabben“ auf die Bühne kommen, geht es ans „Eingemachte“, denn die nehmen kein Blatt vor ihren Schnabel, da kommen sogar manche „Kleinigkeiten“ aus ehelichen Schlafzimmern auf die Bühne. Von oben betrachtet sei der „Krüppel“ des neuen Lindenbaumes in der Herrenstraße eine Zumutung als Landeplatz für „Krabben“. Ob es im neuen Hotel an der B3 etwa einen „Swingerclub“ geben könnte? Statt der Glückwunschkarte wurde von der Gemeinde (versehentlich) die Rechnung für das Geschenk an den Jubilar (85.) überreicht. Auch ein Ortsoberhaupt sei von Peinlichkeiten nicht verschont, war zu vernehmen. Der „Irische Abend“ des Kulturkreises war nicht nur einmal im Visier, denn dort war die Truppe offensichtlich überfordert, suggerierten die Narren.

Die Rämässer-Chick´s führten in ihren Elfenkostümen einen ausdrucksstarken Elfentanz auf, wobei die dargebotenen Tanzeinlagen aller Gruppen mit zu den Höhepunkten der beiden Brauchtumsabende zu zählen sind.

Der Auftritt der Uralt-Hästräger mit „Frau Wäber“ (Hans-Peter Göppert) befasste sich mit der Ringsheimer Gewerbeinfrastruktur mit der Feststellung, dass der Grundbedarf des Ringsheimer Einzelhandels gedeckt sei. Es gab einen Lobgesang auf  Bäcker, Metzger, Friseur, Bankfiliale und Gasthäuser. Volker Kern trat in bewährter Art wieder als Bürgermeister-Imitator auf. Die „Fasenthasserin“ (Eva Löhrmann) trat als einzige in die Bütt, ließ aber an der ganzen Fasnachterei nichts Gutes, „die Macht der Doofen ist zu stark, als man sich dagegen wehren möchte“.

Mit dem Tanz „Das schaurig schöne Gruselballett“, zeigten junge Rämässer noch einmal eine starke Leistung im Tanz und in der Kostümierung, die Gruppe erhielt dafür großen Beifall.

Zum Finale trafen sich alle Protagonisten wieder auf der Bühne. Ruth und Hans-Dieter Volz griffen noch einmal mit dem Lied „do gehn m`r immer wieder hi“ zum Mikrofon und animierten die Besucher zum mitsingen. Oberzunftmeister Ernst-Matthias Weber dankte den Akteuren und den Helfern im Hintergrund für ihr Engagement . Mit dem Duo „On Air“, waren dann die Besucher an der Reihe. Diese nahmen das Tanzangebot gerne bis zum frühen Morgen an.

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]

Die jungen Damen des Rämässerballetts glänzen mit einem furiosen Tanz
Die jungen Damen des Rämässerballetts glänzen mit einem furiosen Tanz
"Bauer sucht Frau", Narumol (Tobias Hug) war wieder ziemlich lästig
 Ein echter Hingucker waren das
Ein echter Hingucker waren das "schaurig-schöne Gruselballett