Erfolgreiche Jungweinprobe im Ringsheimer Bürgerhaus

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Jungweine des Kaiserbergs aus dem Jahrgang 2010 präsentierten am vergangenen Samstag die drei Kaiserberggemeinden Ettenheim, Herbolzheim und Ringsheim mit ihren Winzergenossenschaften im Ringsheimer Bürgerhaus. Seit zwölf Jahren werden die neuen Weine der Winzer bei der gemeinsamen Jungweinprobe getestet, "und geprüft, ob sie halten, was sie versprechen", wie der Gastgeber, Bürgermeister Heinrich Dixa, formulierte.

Dabei gehe es nicht nur um das gute Tröpfchen, sondern auch um den ständigen Kampf um Marktanteile, so Dixa in seiner Begrüßung. Hier sei man auf einem guten Weg, denn das Zusammenwirken der drei Gemeinden mit ihren Winzern beim öffentlichen Herbsten, Trotten und dem beliebten Kaiserbergfest schaffe Vermarktungsfelder über die Grenzen der Region hinaus. Dass die Winzer wahre Meister im Weinberg sind, belegten die hohen Auszeichnungen, die sie alljährlich einheimsen, stellte Dixa fest.

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Sein Loblied über den Kaiserbergwein fand Zustimmung bei vielen Gästen im Bürgerhaus, unter ihnen Dixas Amtskollege Ernst Schilling aus Herbolzheim, Acherns OB Klaus Muttach (ein gebürtiger Ringsheimer), die ehemalige Weinprinzessin Caroline Mattmüller und der ehemalige Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Georg Hurst. Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz empfing derweil in der Rohanstadt den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

 

Eine ganz besondere Note brachte die Ringsheimer Sängerin Jasmin Nopper in die Weinverkostung, die mit Rockrhythmen und romantischen Liedern die Gäste unterhielt. Ihr Schmankerl als Zugabe: Lenas Siegerlied "Satellite" wurde von ihr zum Winzersong unfunktioniert.

Georg Kaufmann vom Badischen Winzerkeller Breisach stellte vor der Verkostung die einzelnen Weine in blumigen Worten vor. "Menschen trinken, Ochsen saufen", so einer seiner markanten Sprüche. Zum Auftakt trugen die Rebwiebli und Rebmänner für die WG Ringsheim in traditioneller Winzerkleidung zwei Spätburgunder Rotweine der WG Ringsheim und Herbolzheim auf. Der eine wurde durch Maischeerwärmung, der andere durch Maischegärung ausgebaut.

Jungweinprobe 2011
Die Weißweine rückten später in den Vordergrund. Ein Spätburgunder Weißherbst und ein Nobling (beide WG Ettenheim), sowie der Kerner Kabinett (WG Herbolzheim) kamen auf den Tisch. Die Rebsorte Kerner kam vor 35 Jahren aus dem Schwabenland nach Baden, sei ein "Nischenwein" und käme nicht an die Qualität des Rieslings heran. Auxerrios und Chardonnay Kabinett (WG Ettenheim), beide trocken ausgebaut, sowie ein Weißburgunder Kabinett trocken (WG Ringsheim) kamen dann in die Gläser. "Auxerrios", der nach dem gleichnamigen Ort in Frankreich benannt ist, sei verwandt mit den Burgunderweinen, aber niedriger im Ertrag, klärte Kaufmann auf. Hingegen hätte der Chardonnay ein Gärungsproblem. Bis zu acht Wochen würde es mitunter dauern, bis die Gärung abgeschlossen sei.

Als neue Schöpfung aus der Region stellte Kaufmann dann einen Muscaris Kabinett (WG Ettenheim), eine 1987 neu gezüchtete, pilzwiderstandsfähige weiße Sorte, mit einer starken Säure. Der Wein gehört zur Familie der Muskateller.

Den Schluss bildete eine "Kostbarkeit" (Kaufmann) aus der Rebanlage des Ringsheimer Winzers und WG-Vorsitzenden Josef Muttach. Bei Minus 12 Grad wurde am 3. Dezember 2010 der Gewürztraminer am frühen Morgen gelesen und zur Kellerei nach Breisach gebracht. Bei einer Menge von 450 Litern wurden stolze 202 Grad Öchsle gemessen. Der Eiswein, so Kaufmann, werde nicht als Trinkwein, sondern als Aperitif- oder Dessert-Wein ausgeschenkt.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]