Ein Ausblick mit Informationen

Wer sich die Mühe macht, bei schönem Wetter auf den Heubergturm des Kahlenberges zu steigen, dem öffnet sich ein Reich der Sinne und schöner Landschaftsbilder. Es ist ein Überblick über die Region um den Kaiserberg mit einmaliger Perspektive. Bei einem Gläschen Wein aus den drei Kaiserbergemeinden in der Heuberggaststätte unterhalb des Turmes, lassen sich die Gedanken noch etwas vertiefen und setzen. Doch wenn ortsunkundige Touristen den Turm besteigen, dann zeigt sich, was der Einheimische aus dem Fach Erdkunde noch intus hat. Er will sich um Gottes Willen nicht blamieren wenn die Frage kommt, was das für ein Hügel oder ein Dorf sei. Allein zu wissen, dass in etwa 40 Kilometer nordwestlich das Straßburger Münster -wohl bei guter Sicht- zu sehen ist, reicht in der Regel nicht aus. Und die Vogesen -aber bitte- die sind groß genug, um sie nicht zu verfehlen. Die Details der naheliegenden Vorbergzone im Osten bereiten da weniger Probleme bei der Zuordnung.

Abhilfe in dieser Not schaffen nun vier Panoramatafeln, die im Radius von 360 Grad einen vollkommenen Überblick über jeden Hügel und jedes Dorf geben. Die Orientierung ist nun perfekt und lässt keine Wünsche offen.

Dass es soweit kam, dafür steht in erster Linie der Arzt im Ruhestand Jochen Henninger aus Münchweier. In seinem Kopf entstand die Idee der Tafeln auf dem Turm und er ergriff als erster die Initiative. Beim Eigentümer des Turmes, dem Schwarzwaldverein Ettenheim-Herbolzheim, sowie bei den drei Bürgermeistern der Kaiserberggemeinden, Ettenheim, Herbolzheim und Ringsheim, rannte Henninger offene Türen ein, erklärte er bei der Einweihung am vergangenen Mittwochnachmittag, zu der auch Vertreter aus allen drei Gemeinden kamen.

In kurzen Ausführungen erklärte Henninger, wie die Tafeln entstanden. Sein Erstversuch mit Google-Daten aus dem Internet waren nicht befriedigend. Mit Peter Klüber, Repro-Service aus Freiamt, hatte er Glück, denn der hatte bereits Erfahrung mit Panoramatafeln. Der wartete auf gutes Wetter, ehe er am 27. September 2010 auf den Turm stieg und 152 Fotos schoss. Die eigentliche Arbeit kam zuhause. Mit viel Zeit und Aufwand entstanden die Panoramatafeln, zunächst als digitale Datei. Bei der Beschriftung der robusten Tafeln kam Unterstützung durch Helmut Beile, Wanderwart des Schwarzwaldvereins. Die Kosten belaufen sich auf etwa 7000 Euro, war von Henninger zu erfahren. Etwa 3000 Euro sind bereits durch Spendenzusagen gedeckt, die restlichen 3000 Euro sollen durch weitere Spender finanziert werden. Als Gegenleistung gibt es eine Spendenquittung des Schwarzwaldvereines.

Bürgermeister Bruno Metz aus Ettenheim lobte im Namen seiner Amtskollegen Dixa und Schilling den engagierten Einsatz des Initiators, Moderators und Mitgestalters der Infotafeln. Ihm zur Seite stand  Peter Klüber, der bereits den Weinlehrpfad gestaltete, stellte Metz fest. Der Heuberg sei inzwischen mit dem Weinlehrpfad, dem Weinwanderweg und dem Kaiserbergfest ein interkommunaler Treffpunkt, der sich immer größerer Beliebtheit erfreue und den Tourismus fördere. Ein kleines Manko wolle man ausgleichen, denn wenige Bäume, welche die Sicht auf der Plattform zum Teil versperren, sollen Zug um Zug durch Niederstammbäume ausgetauscht werden.

Johann-Georg Friedel, Vorsitzender des Schwarzwaldvereins schloss sich dem Dank an und bezeichnete die Begegnung mit Henninger als glücklichen Zufall. Friedel gab einen kurzen Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Turmes, der im Jahre 1969 an jetziger Stelle entstand. Er ist sechs Tonnen schwer und die Plattform ist 12,50 Meter hoch.  Der Schwarzwaldverein hat in den vergangenen Jahren etwa 17.000 Euro in den Erhalt des Turmes investiert, erklärte Friedel. Auch wenn es bestehende Verträge möglich machen, kann der Heubergturm nach wie vor kostenlos bestiegen werden, beruhigte Friedel die zahlreich erschienen Einweihungsgäste. Und die Preise für den Besuch in der Heuberggaststätte seien moderat.  

Am Montag, dem 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, werden beim Kaiserbergfest rund um den Heubergturm wieder viele Gäste erwartet.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]

 

Die Panoramatafeln können im Internet vorab betrachtet werden: www.klueber-repro-verlag.de

Spenden: Schwarzwaldverein, Volksbank Lahr, BLZ 682 900 00, Konto 541 566 18


Sie freuen sich über die neue Orientierung (v.r.n.l.): Bürgermeister Bruno Metz, Ettenheim, Jochen Henninger, Münchweier, Peter Klüber, Freiamt