Gemeinde Ringsheim würdigt Verdienste von Ludwig Greber

Aus Anlass des 90. Geburtstages von Altbürgermeister Ludwig Greber (wir berichteten), lud Bürgermeister Heinrich Dixa zu einer feierlichen Würdigung des Lebenswerkes des verdienten Ringsheimer Bürgers in das Rathaus ein. Neben Ludwig und Luise Greber, begrüßte Dixa Vertreter der Vereine, ehemalige Bürgermeister der Nachbargemeinden und Ehrenbürger. Aus der politischen Heimat des Jubilars waren die Landtagsabgeordnete der SPD Sabine Wölfle und der ehemalige Bundes- und Landesminister der SPD Harald B. Schäfer anwesend. Aus dem persönlichen Umfeld von Greber waren weitere Gäste geladen. Das Saxophonquartett mit Udo Goldschmidt, Bettina Kissinger, Annette Wild und Petra Weiswurm umrahmten die Feier musikalisch.

Bürgermeister und Hausherr Heinrich Dixa zeichnete in seiner Rede ein umfassendes Bild des Jubilars, der über Jahre für die Gemeinde viel geleistet habe. Fast vier Jahrzehnte habe sich Greber in den Dienst der Kommune gestellt, und immer an seiner Seite hatte er immer seine um eine Jahr ältere Ehefrau Luise als Stütze. Das politische Engagement des Jubilars begann zunächst im Jahre 1948 im Gemeinderat, ehe er im Jahre 1948 erstmals zum Bürgermeister gewählt wurde. Während seiner zwei Amtsperioden bis zum Jahre 1985 war Greber auch mehrere Jahre Mitglied im Kreisrat.

Als einen streitbaren Mann auch innerhalb der SPD, bezeichnete Dixa Ludwig Greber, der den Pragmatismus vor die Ideologie stellte. Die Erhaltung der Selbständigkeit der Gemeinde, den Bau der Kanalisation, die Ansiedlung der Firma Simona, sowie die Ausweisung von Baugebieten seien durch seine Initiative zustande gekommen. „Er braucht noch keine Brille und er hat noch kein einziges graues Haar“, klärte Dixa die Gäste auf. Im Anschluss an persönliche Dankesworte des Bürgermeisters, überreichte dieser die Gratulationsurkunde der Landesregierung, unterzeichnet von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seinem Stellvertreter Nils Schmid. Ein Blumenstrauß und ein Geschenkkorb an das Ehepaar Greber waren die sichtbaren Zeichen des Dankes der Gemeinde Ringsheim.

Wer 65 Jahre lang einer Organisation angehört, verdient Respekt und Anerkennung. Deshalb ließ es sich eine SPD-Troika mit Sabine Wölfle, MdL, Karl-Rainer Kopf, vom SPD-Bezirk und Helmut Fischer vom SPD-Ortsverein nicht nehmen, besonderen Dank zu überbringen. Seit 1946 gehört Greber der SPD an, erläuterte Sabine Wölfle. Es war die Zeit von Kurt Schumacher, der nach dem Kriege maßgeblich am Wiederaufbau der SPD beteiligt gewesen sei. Damals habe die SPD bei der ersten Wahl zum Deutschen Bundestag knapp hinter der CDU gelegen. Wölfle bestätigte die Ausführungen von Dixa, denn Greber habe nicht nur für die SPD gekämpft, sondern oft mit ihr gehadert. Er habe in der Partei Spuren hinterlassen, bestätigte Karl-Rainer Kopf und Helmut Fischer  dankte im Namen des SPD-Ortsvereins. Die Jubiläumsurkunde und Geschenke brachten auch sie mit.

Harald B. Schäfer, längst auch im politischen Ruhestand, bezeichnete Greber als einen Mann des offenen Wortes, gradlinig, streitbar und zuverlässig. Er habe die Fähigkeit besessen, „dicke Bretter zu bohren“, und er war in gutem Wortsinne nah bei den Menschen, lobte Schäfer den einstigen Weggefährten. „Er schaute den Menschen auf den Mund, redete aber nicht danach“, sagte Schäfer. Sein Dank galt auch seiner Ehefrau. „Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben“, damit war auch klar, wie das Geschenk von Schäfer ausfiel.

Ludwig Greber war es mit einer bewegenden Rede vorbehalten, sich bei seiner Frau und allen Weggefährten in seiner langen Tätigkeit in der Gemeinde und darüber hinaus zu bedanken. Man habe nichts vergessen, was die Auflistung seiner vielen Aktivitäten betraf, lies er die Gäste wissen. Er habe ein bescheidenes Leben geführt und war froh, dass seine beruflich lange und erfolgreiche Laufbahn beim Fernmeldeamt begann. Sehr gerne war er Gemeinderat, wenn auch die damalige Zeit mit Entbehrungen verbunden gewesen war. Dass es in Ringsheim noch einen Bahnhof gäbe, sei ebenfalls auf seine Intervention beim damaligen Verkehrsminister Kurt Gscheidle zurück zu führen.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]