Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Ringsheim

Bürgermeister und Gemeinderat in prekärer Situation. Eine knifflige Übungslage hatte die Ringsheimer Wehr und das DRK bei der Jahresübung zu bewältigen. Übungsobjekt war das neue Rathaus, im Dachgeschoss Bürgermeister und Gemeinderat eine Sitzung hatten. Durch einen Kurzschluss in der Teeküche bricht ein Brand aus. Nicht alle Gemeinderäte schaffen es rechtzeitig über das Treppenhaus ins Freie, weil dieses verraucht ist. Eine Menschenrettung von außen über die Dachgauben war erforderlich. Die Besonderheit an der diesjährigen Übung war, dass sich Ruth Volz und Wolfgang Weber, beide im Gemeinderat, in die Übung einspannen ließen.

Nach der Sirenenalarmierung rückte die Ringsheimer Wehr mit drei Fahrzeugen an und drang mit Atemschutz in das Dachgeschoss vor. Dort wurde eine Erstversorgung und die Vorbereitung zur Außenrettung getroffen. Auf der Ostseite des Rathauses waren bald Schlauchleitungen aufgebaut, wenig später hieß es dann auch „Wasser marsch“. Die Brandbekämpfung von außen stand. Das Ringsheimer DRK hatte in einiger Entfernung eine Station zur Sanitätsversorgung und Betreuung der Verletzen eingerichtet.

Auf Grund der schwierigen Übungslage -Menschenrettung in großer Höhe- war die Feuerwehr Ettenheim mit ihrer neuen Drehleiter in die Übung integriert. Dessen Durchführung war jedoch nicht ganz einfach, stellten Kommandant Jürgen Rauer und Hans-Peter Schneider bei der anschließenden Besprechung fest. Es waren die Bäume vor dem Rathaus, die ein Ausfahren der Leiter schwierig machten. Die Drehleiter, mit Hightech ausgestattet, streikt, wenn es zu heikel wird, erklärten beide, denn die Leiter sei mit einem Selbstschutz ausgestattet.  Aber es klappte dann doch, Rettungskorb mit Rettungswanne kamen hoch oben an der Dachgaube an. Nach einer sanften Rückfahrt zurück auf den Boden der Tatsachen waren zwei Gemeinderäte sichtlich erleichtert.

Dort trat das DRK wieder in Aktion. Schlussendlich mussten die schon etwas älteren, aber dafür erfahrenen Feuerwehrmänner noch einmal anrücken. Hilferufe aus dem ersten Obergeschoss waren der Anlass. Mit einer Steckleiter konnte diese Person, mit Gurt gesichert, sicher geborgen werden. Die Jugendfeuerwehr war  zur Sicherung der Absperrungen eingesetzt. Volker Kern informierte während der Übung über Lautsprecher den Bürgermeister, Gemeinderäte und viele Ringsheimer Bürger, die sich auf dem Rathausplatz über den Leistungsstand ihrer Wehr ein Bild machen wollten.

Und der sei gut, wurde unisono bei der anschließenden Besprechung im „Hirschen“ von allen Rednern festgestellt. Kommandant Frank Biehler begrüßte alle Beteiligten der Übung, insbesondere  die Ettenheimer Feuerwehrleute und Kreisbrandmeister Thomas Happersberger. „Es war feuerwehrtechnisch eine anständige Leistung“, war das Fazit von Happersberger und schob nach: „Auch gut für den Gemeinderat, der wurde gerettet“. So ähnlich sah es auch Bürgermeister Heinrich Dixa, der sich aber die Realität natürlich nicht vorzustellen vermag. Er hob in seiner Bewertung insbesondere die hervorragende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte hervor. Man müsse auch im Ernstfall miteinander können, betonte Dixa. Übungsleiter Arno Person hatte es im Vorfeld nicht einfach, denn die Suche nach dem Übungsobjekt gestaltete sich schwierig. Beim vierten Anlauf hätte es geklappt, ließ   Person durchblicken. Für Bernhard Gantert, Bereitschaftsleiter des Ringsheimer DRK, ist die Dokumentation bei der Behandlung und Betreuung von Verletzten und Angehörigen ein wichtiges Kriterium. Die Kommunikation mit benachbarten Einsatzkräften wäre gut gewesen, betonte Gantert. Jürgen Rauer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ettenheim, begrüßte den Einsatz mit der neuen Drehleiter. Es sei wichtig, dass das Hightech-Gerät zum Einsatz komme und seine Kollegen sich mit der doch komplizierten Technik vertraut machen könnten. Das Rathaus wäre hierfür ein ansprechendes Objekt gewesen, stellte Rauer heraus. 

[Text und Bild: Adelbert Mutz]