VdK-Sozialverband Ringsheim informiert über Demenz und Schlaganfall

Jedes dieser beiden Themen – Demenz und Schlaganfall- hätten für eine abendfüllende Informationsveranstaltung gereicht. Walter Scheer, Vorsitzender des Ringsheimer VdK, konnte den gebürtigen Ringsheimer Dr. Engelbert Kaufmann, Arzt in der Lauterbachklinik in Nordrach, für die Vortragsveranstaltung gewinnen. Der große Saal im Rathaus war proppe voll. An die einhundert überwiegend ältere Bürger wollten sich informieren. Die Erwartungshaltung war hoch, was an  den vielen Fragen danach zu erkennen war. Und was Demenz betrifft hatte Kaufmann die ernüchternde wissenschaftliche Erkenntnis: Demenz lässt sich nicht heilen, die Wissenschaft tappt im Dunkeln und tritt auf der Stelle. Ein positiver Aspekt dabei ist, dass man mit der Krankheit genauso alt werden kann, wie ein gesunder Mensch, denn die körperlichen Vitalfunktionen seien nicht direkt betroffen. Kaufmann bezog schonungslos und direkt Stellung zum Thema Demenz , das auf Wissenschaft, Politik und Gesellschaft große Auswirkungen auf bestehende Sozialsysteme hat. Der Begriff „Demenz“ sei nur der Oberbegriff und stehe, aus dem lateinischen abgeleitet für „ohne Geist“. Eine am häufigsten vorkommende Unterform sei die Alzheimer-Krankheit. Wissenschaftlich betrachtet würde Demenz als „Verlust der erworbenen geistigen intellektuellen Fähigkeiten“ bezeichnet werden, sagte Kaufmann und gab einen Einblick in die Anatomie des Kopfes und des Rückenmarks. Zur Veranschaulichung wurden Modelle von Hand zu Hand gereicht. Vorab zeigte der Referent anhand von Grafiken, wie sich die Alterspyramide im Laufe der letzten 200 Jahre umgekehrt hat. Mit zunehmend hoher Lebenserwartung steige die Zahl der Demenzerkrankungen, war eine Erklärung von Kaufmann. Etwa 100 Milliarden Nervenzellen im Kopf und im Rückenmark steuern das menschliche Dasein. Das kleinere Stammhirn sei für die Urfunktionen des Überlebens verantwortlich. Das Großhirn sei gewissermaßen Luxus, meinte Kaufmann. Durch Untersuchungen könne zumindest festgestellt werden, ob eine Demenzerkrankung vorliegt, schloss Kaufmann.

Die Ausführungen zum Thema Schlaganfall waren in ihrer Komplexität dann eher greifbar, weil einerseits verständliche Erklärungen und es andererseits bekannte Ursachen und Therapiemöglichkeiten gibt. Dennoch, ein Schlaganfall -die Verharmlosung des Wortes „leichtes Schlägli“ sei fatal- könne auch zur Demenz führen. Das Gehirn benötige eine Menge Energie. Wenn diese fehle, gar über den Blutkreislauf abgeschnitten würde, sei höchste Eile geboten. Nach zwei Minuten trete bereits der Zelltod ein. Die Arterienverstopfung oder die Hirnblutung kennzeichnen diese Krankheit. Der Grad der Ausfallerscheinungen hänge davon ab, in welchem Bereich des Gehirns die Schäden vorhanden seien. Hauptrisikofaktoren seien Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Diabetes. Eine Menge Fragen standen zum Schluss des Vortrages an. Kann man etwas gegen Alzheimer tun? Ein ganz klares Nein war die Antwort. Die Intelligenz sei nicht entscheidend, belegte er an Beispielen. „Wenn ein Alzheimer wieder besser wird, dann war es keiner“, sagte der Arzt Dr. Engelbert Kaufmann.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]