Das Jubiläumsjahr brachte eine gute Ernte für die WG Ringsheim

Die Ringsheimer Winzergenossenschaft stellte in ihrer Generalversammlung mit Genugtuung fest, dass im Jubiläumsjahr zum 40. Geburtstag eine gute Ernte eingefahren wurde. Josef Muttach, 1. Vorsitzender der WG Ringsheim, begrüßte Winzer und Gäste. Es sei keine gewöhnliche Versammlung wie Muttach feststellte, denn das Jahr war neben der Arbeit im Weinberg auch von Präsentationen und Feierlichkeiten geprägt gewesen. Es gab keinen Stillstand, denn die Vermarktung der WG-Weine, zusammen mit anderen WGs, seien permanente Aufgabe und Ziel der WG. Muttach zählte eine ganze Reihe von Anlässen auf, bei denen die Ringsheimer Weine präsentiert wurden. So bei Weinfesten in Emmendingen, im Europapark, bei der Jungweinprobe im Bürgerhaus, oder beim Kaiserbergfest auf dem Kahlenberg. Mit dem Weinhof ´“d`Werkstatt“ wurden im Jubiläumsjahr besondere Veranstaltungen durchgeführt. Die Arbeit im Weinberg zahle sich durch Prämierungen aus. Bei der Gebiets- und Bundesweinprämierung wurden wieder Ringsheimer Weine des Jahrganges 2010 ausgezeichnet.

Ein sehr gutes Ergebnis brachte der Herbst 2011, stellte Muttach fest. Es war ein kurzer aber heftiger Herbst, denn ein warmer und trockener April führte zu einem explosionsartigen Rebenaustrieb, so Muttach. Die Hauptlesezeit begann schon Anfang September und in vier Wochen war der Herbst eingefahren, berichtete auch Axel Hahn vom Badischen Winzerkeller Breisach.

Den Jahrgang 2011 kennzeichne ein sehr gutes Ertragsniveau mit überdurchschnittlicher Qualität über die gesamte Sortenpalette, stellte Muttach fest und gab einige Zahlen bekannt:

546.000 kg wurden bei der WG geerntet, 143.000 kg mehr als im Jahr 2010. Auf einer Fläche von etwa 50 Hektar werden bei der WG Ringsheim insbesondere Spätburgunder (38 Prozent), Grauburgunder (22), Müller-Thurgau (20) und Weißburgunder (12) an- und ausgebaut. Insgesamt 1045 Bottiche, 244 mehr als 2010, seien von Winzern nach Breisach gebracht worden.

Geschäftsführer Lothar Weber erläuterte in seinem Geschäftsbericht Zahlen und Fakten aus dem Geschäftsjahr 2010, das auf Grund der Witterungslage nicht dem erwarteten Ergebnis entsprach. Die Genossenschaft habe 46 Mitglieder mit 160 Geschäftsanteilen, so Weber. Die Bilanzsumme habe zum 30. Juni 2010 638.000 Euro betragen, die in der Hauptsache aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen bestehen würden. Das respektable Guthaben der Genossenschaft sei als Festgeld angelegt. Die Versammlung beschloss, den Jahresüberschuss von 150 Euro den Rücklagen zuzuführen. Die Erfassungskosten-Umlage für das Geschäftsjahr 2010/11 wurde auf 2,40 Euro pro Kilogramm festgesetzt. Sowohl der Vorstandschaft als auch dem Aufsichtsrat wurde hervorragende Arbeit bescheinigt und Entlastung erteilt. Keine Veränderungen gab es bei den Wahlen, Thomas Weber bleibt im Vorstand und Ralf Weber im Aufsichtsrat.

Axel Hahn vom Badischen Winzerkeller Breisach gab einen Überblick über dessen  Geschäftsentwicklung. Diese gehe allerdings mit einem Stellenabbau einher . Die angelieferte Qualität und Menge seien gut gewesen, wegen der kurzen Lesezeit seien sie an Kapazitätsgrenzen gestoßen, so Hahn. Das angestrebte Ziel von 50 Millionen Euro Umsatz könne erreicht werden. Hahn zeigte für die Zukunft des Breisacher Kellers positive Signale auf. Den Winzern wolle man statt bisher 7500 Euro pro Hektar Erntefläche, 8000 Euro ausbezahlen. Die Ringsheimer Winzer hörten es gerne. „Die nächstliegende  WG sollte im Park vertreten sein“, sagte Hahn, dort sei die WG Ringsheim noch nicht präsent. Bürgermeister Heinrich Dixa betonte in seinen Grußworten, dass im kommenden Jahr Ringsheimer Weine im Park angeboten würden. Die Winzergemeinden Ringsheim, Herbolzheim und Ettenheim seien in Gesprächsverhandlungen mit dem Park, so Dixa. Das Winzerdorf Ringsheim müsse als solches wahrgenommen werden. „Die Begeisterung für den Wein muss beim Winzer anfangen“, sagte Dixa. Ringsheim mit seinen herausragend guten Weinen brauche sich nicht zu verstecken. Sein Einsatz und das seiner Kollegen bei Vermarktungsveranstaltungen diene den Winzern und sei kein Selbstzweck, so Dixa. Wichtig sei, dass sich alle mit dem Endprodukt Wein identifizieren.

Dem zweiten Vorsitzenden der WG Ringsheim, Wolfgang Kreis, war es vorbehalten, die Ehrung von Gründungsmitgliedern der WG Ringsheim und somit für 40-jährige Mitgliedschaft vorzunehmen: Otto Muttach, Walter Motz, Otmar Ringwald, Erhard Wieber, Fritz Person, Alfons Bosch und Bernhard Motz

Josef Muttach gab einen Überblick zur 40-jährigen Geschichte der WG Ringsheim:

Vor der Gründung der WG am 29.07.1971 durch 38 Winzer, brachten die Ringsheimer Winzer ihre Trauben zur Bezirksgenossenschaft nach Lahr. Die Anbaufläche mit 50 Hektar hat sich bis heute nicht verändert. Die Zahl der Nebenerwerbswinzer ging jedoch zurück. Im Jahre 1921 lieferten die Winzer 409.000 Kilogramm Trauben ab. Der Herbst 2011 ergab 546.000 Kilogramm. Die Sortenstruktur veränderte sich stark, Müller-Thurgau ging zugunsten des Spätburgunders zurück. Zweimal in der Geschichte, 2005 und 2010, konnte Eiswein geerntet werden. Mit dem Badischen Winzerkeller Breisach stand ein Partner bereit, der durch Kellerwirtschaft, Marketing und Vertrieb zur Seite stand und Absatzgarant ist.

Alois Person, Ernst Hog, Xaver Weber und Emil Feist waren Winzer der ersten Stunde in der WG.

Der Weinhof der WG wurde 37 Jahre lang von Bernhard Motz im Grasweg gleitet, im Jahre 2009 übernahm Ruth Volz den Weinhof. Dieser trägt zur Vermarktung bei und hat inzwischen eine positive Außenwirkung über die Grenzen von Ringsheim hinaus. Veranstaltungen im Jubiläumsjahr im Weinhof stärken das Image der Ringsheimer WG. Präsenz zeigt die WG bei Veranstaltungen und Weinfesten in Ringsheim und in der Umgebung.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]