Ein Amerikanischer Abend im Ringsheimer Bürgerhaus

Steven Bailey mit seiner Band im Ringsheimer Bürgerhaus, das passt offensichtlich gut zusammen. Vielen Fasnachtsveranstaltungen zum Trotz interessierten sich etwa 250 Besucher für den“Amerikanischen Abend“ des Ringsheimer Kulturkreises. Zum zweiten Mal kam der Entertainer mit seinem langjährigen Weggefährten und Bassisten Earl Hope und dem Drummer Vladi Kempf in das Bürgerhaus. War es im vergangenen Jahr der irische Abend, bei dem schnell „Irish Stew“ und „Guinness-Bier“ nicht mehr zu haben waren, hatte sich dieses Mal der Kulturkreis besser vorbereitet.

Auf der Speisekarte standen, dem Motto des Abends folgend, Rindersteaks, Steakburger, Hoddogs und ein würziges Chili con Carne. Ein Gericht aus Fleisch, Chilischoten und anderen Zutaten, das seinen Ursprung im Süden der USA hat. Und dieses Mal ging sowohl die „Suppe“, als auch das amerikanische Samuel Adams Lager Bier nicht aus. Als weitere Spezialität standen zwei Whiskysorten auf der Getränkekarte.

Es war zunächst der charismatische Steven Bailey mit seiner Band, der in der Region inzwischen viele Anhänger hat und mit seiner Musik auch im Ringsheimer Bürgerhaus fünf Stunden lang für Hochstimmung sorgte. Obwohl er optisch mit BonJovi und Jim Morrison verglichen wird, muss musikalisch der Vergleich aufhören. Er versteht es, im richtigen Moment die richtigen Songs zu spielen. Auf der Bühne steht ein excellenter Songwriter, der sich genauso mit sanften Balladen, wie auch mit fetzigen Pop-Diamanten, Irish- oder Country Music ausdrücken kann. Rock, Country, Bossanova, Reggae und Balladen gehören zum Repertoire. Was ihn auszeichnet, ist die Kommunikation mit den Gästen. Da kann es sein, dass er eine Besucherin als Solistin auf die Bühne holt. Die Fans mittleren Alters -die Jüngeren vergnügten sich wohl auf Fasnachtsbällen-  erlebten einen Steven Bailey, der mit seiner Geige oder Gitarre, aber insbesondere mit seiner Stimme sowohl fetzige Popmusik, als auch mit sanften Balladen unterschiedliche Emotionen hervorrief. Wer Steven Bailey live hört, erlebt die Symbiose von qualitativ hochwertig gespielter Live Musik verbunden mit gutem Entertainment. Denn die Verbindung zu seinem Publikum ist ihm wichtig, nicht nur über die Musik. An seiner Seite ist der kanadische Bassist Earl Hope. Der Mann mit dem Dauerlächeln und den grauen langen Haaren gehört von Anfang an zur Band. Sein Spiel ist wie er selbst und unverwechselbar. Warmherzig, melodisch und groovy. Earl muss nicht proben, wenn er ein Stück nicht kennt, hat er es innerhalb einer Zigarettenlänge drauf. Wenn man sich für die „Woodstock-Generation“ interessiert, muss man mit Earl reden. Am Schlagzeug agierte in Ringsheim der gebürtige Pole Vladi Kempf, ein Drummer von Format. 

In Polen geboren, tourte er mit der Top-Band „Lambard“ durch ganz Europa.  Er arbeitete auch mit dem Gitarristen Jan Ackermann von der holländischen Gruppe „Focus“ zusammen. Seine Verbindung mit der Musik von Paul Millns geht zurück bis in die frühen 90er Jahre. Jetzt ist er nicht nur in Deutschland ein gefragter Schlagzeuger.

Als Überraschungsgast verstärkte zu später Stunde der Lahrer Musiker Greg Hall das Trio. Mit seiner Akustikgitarre und einer richtigen Rockröhre brachte er noch einmal das ganz Bürgerhaus in Bewegung. Greg macht Musik mit opulenter Emotion. Dabei wirbelt nicht nur sein Haupthaar, sondern der ganze Musiker ist in ekstatischer Bewegung. Und das übertrug sich auf das begeisterte Publikum. Man hätte der Band noch lange gerne zugehört, aber wenn es am Schönsten ist, soll man, und weil zu später Stunde, muss man aufhören. Etliche Ohrwürmer wie „Smoke on the Water“ von Deep Purple, „Father and Son“ von Cat Stevens, „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater, oder „Über sieben Brücken musst du geh`n“ von  Peter Maffay waren zu hören. Und zum Konzert gehört auch immer das „Badnerlied“, auf der Geige gespielt, mit einer eigenwilligen Interpretation. Nach dem Konzert genoss Steven Bailey noch zwei Teller selbstgemachtes „Chili con Carne“ aus der Kulturkreisküche.

 

Text und Bild: Adelbert Mutz