Neujahrsempfang der Gemeinde Ringsheim

Bürgermeister Heinrich Dixa lud die ganz Bevölkerung zum Neujahrsempfang in das Ringsheimer Bürgerhaus ein, um insbesondere einen Blick in die Zukunft der Gemeinde zu richten. Den Rückblick vom vergangenen Jahr gestaltete Adelbert Mutz erstmals mit einer über 40-seitigen Broschüre, die einen detaillierten Überblick von den Ereignissen des vergangenen Jahres reflektierte und an alle Haushalte kostenlos verteilt wurde. Neben Vertretern der Nachbargemeinden begrüßte Dixa auch den CDU-Landtagsabgeordneten Helmut Rau, sowie den Ehrenbürger und Altbürgermeister Ludwig Greber.

Die Gemeinde wächst, denn die Gemeinde hatte zum Jahresende 2011 2259 Einwohner. Der Zuwachs resultierte insbesondere durch die neuen Baugebiete östlich der B3. Und dort wohnt „junges Blut“, stellte Dixa fest, denn überwiegend junge Familien hätten bei sozialen Baulandpreisen dort ein Haus gebaut. Es gibt aber auch viele ältere Menschen, die eine zukünftige Herausforderung für die Gemeinde darstellen werden, so Dixa. Um die sechs Millionen Euro beträgt der jährliche Haushalt der Gemeinde. In den vergangenen Jahren sei in die Sanierung der Herrenstraße und in den Rathausumbau investiert worden. Die Rücklagen sind mit 1,75 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie die Schulden. Eine positive Entwicklung erkennt Dixa bei der Schule.

Zur verlässlichen Grundschule gehört eine Frühbetreuung und Hausaufgabenbetreuung. Der Musikunterricht wird durch Silvia Berndt gewährleistet und der Schwimmunterricht findet in Ettenheim statt. Wie es weiter geht, das vermag sowohl der Bürgermeister als auch Rektor Herbert Metzger noch nicht genau zu erkennen, denn die Vorgaben des Ministeriums fehlen, so Dixa. Mit der umfangreichen Renovierung der Schule habe die Gemeinde aber die Weichen gestellt.

Das wichtigste Projekt im neuen Jahr wird der Bau des neuen Kindergartens auf dem Grundstück des bestehenden Kindergartens sein, mit Kosten von etwa 800.000 Euro. Unter zwei Alternativen muss der Gemeinderat noch entscheiden. Architekt Oliver J. Faas stellte beim Neujahrsempfang beide Varianten der Öffentlichkeit vor. 20 Kinder unter drei Jahren können im Neubau mit 350 Quadratmeter Nutzfläche betreut werden, so Faas. Im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden, die Übergabe soll im Januar des kommenden Jahres erfolgen. Kredite muss die Gemeinde nicht aufnehmen, so Dixa, der Neubau wird über Zuschüsse und Rücklagen finanziert. Und wenn die Geburtenprognosen in den Keller gehen sollten, ist eine Drittnutzung möglich, erklärte der Architekt. Über kurz oder lang müsse sich die Gemeinde auch über Betreuungsangebote für Ältere Gedanken machen, sagte Dixa.

Die Ausweisung neuer Baugebiete ist in Ringsheim zunächst nicht geplant. Gemarkungsgrenzen und die Topographie im Osten schränken die Gemeinde ein. Freie Flächen und leerstehende Gebäude im Ortskern sollen zukünftig die Ortsmitte stärken. Die Sanierung des Rathausumfeldes mit Kirchstraße, Kirchplatz und Rathausstraße sind Maßnahmen, für die die Gemeinde in den kommenden Jahren kräftig investieren wird. Dixa könne sich dort ein Seniorenheim, ein Mehrgenerationenhaus und Geschäftsbetriebe vorstellen.

Im Gewerbegebiet Leimenfeld II, westlich der Bahn, haben sich bereits zwei Betriebe angesiedelt. Die Verhandlungen mit Investoren sind im Gang, letztlich das Landesplanungsgesetz setzt der Gemeinde als Eigenentwickler Grenzen, sagte Dixa. Er mache sich um den „Premiumstandort“ keine Sorgen, sagte der Bürgermeister. Das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Ringsheim und Rust ist nach wie vor unberührt, denn umfangreiche ökologische Gutachten sind zur Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Man hatte sich das im Zweckverband anders vorgestellt, war aus der Rede des Bürgermeisters zu entnehmen.

Ringsheim als Öko-Gemeinde, dieser Wunsch könnte durchaus Wirklichkeit werden. Das Neubaugebiet östlich der Bundesstraße wird mit Fernwärme des ZAK Kahlenberg versorgt. Dort wird derzeit geprüft, ob mit zusätzlichem ökologischem Brennstoff, sprich Wiesengras, Energiespitzen abgedeckt werden könnten. Wenn das aufgeht, könnte die ganze Gemeinde an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, so zumindest die Vorstellung des Bürgermeisters. Die Kosten für den Netzausbau müsste die Gemeinde selbst tragen. „Wir sind zwar eine kleine Gemeinde, aber es geht eine ganze Menge ab bei uns“, war das Fazit des Bürgermeisters.

In der geplanten Änderung der Autobahnbrücke mit der signalgesteuerten Zufahrtstraße nach Rust zum Europapark sieht Dixa quasi eine Nacht- und Nebelaktion ohne der Beteiligung der Gemeinde Ringsheim. Das sei ein richtiges Ärgernis und man fordere daher ein ordentliches Verfahren mit Beteiligung der Ringsheimer. Mit der Maßnahme sei der Niederwald nicht mehr zu erreichen, so eines der Argumente der Bürgermeisters.

Das Saxophonquintett mit Udo Goldschmidt, Sinje Steiger-Geißel, Bettina Kissinger, Petra Weiswurm und Annette Wild, gab dem Neujahrsempfang den musikalischen und feierlichen Rahmen.

Text und Bilder: Adelbert Mutz

Konrad Broßmer, stellvertretender Bürgermeister in Ringsheim, dankte Dixa im Namen des Gemeinderates für die gute Zusammenarbeit. Er überreichte Esther Dixa einen Blumenstrauß.


Handball hat in Ringsheim eine lange erfolgreiche Tradition. Die erste Herrenmannschaft errang in der vergangenen Saison den Meistertitel in der Bezirksklasse und damit den Aufstieg in die Landesliga. Noch erfolgreicher präsentierte sich die A-Jugend, sie errang den Titel in der Südbadenliga. Dixa ehrte sowohl die Sportler als auch die Betreuer für eine ausgezeichnete Jugendarbeit im TUS. Mit dem unverzichtbaren Ehrenamt werde wertvolle Sozialarbeit geleistet, sagte der Bürgermeister. Mit Zuschüssen an die Vereine und der Unterhaltung der Sporthalle schaffe die Gemeinde mit die Grundlage für die Erfolge.