Volles Haus bei der Jungweinprobe in Ringsheim

 Bure zum Anlange
"Bure zum Anlange"
 

Keine Kehle und kein Auge blieben bei der vierten Jungweinprobe im Ringsheimer Bürgerhaus trocken. Zwölf Weine des letzten Herbstes der Winzergenossenschaften um den Kaiserberg, Ettenheim, Herbolzheim und Ringsheim, wurden erstmals vorgestellt und verkostet. Die Somèlire Astrid Heß aus Herbolzheim war zum ersten Mal in Ringsheim und überzeugte mit viel Sachverstand. Für eine fantastische Stimmung sorgten Nikolaus König aus Breitnau und Wolfgang Winterhalder aus Titisee-Neustadt als Duo „Bure zum Alange“.

Hausherr Bürgermeister Heinrich Dixa begrüßte seinen Amtskollegen aus Herbolzheim Ernst Schilling und aus Ettenheim die Bürgermeisterstellvertreterin Ulrike Schmidt. Neben vielen Winzern aus den Kaiserberggemeinden begrüßte Dixa auch den Ehrenpräsidenten des Weinbauverbandes Gerhard Hurst und die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Elvira Strecker aus Heuweiler.

Das Konzept der Jungweinproben sei aufgegangen, stellte Dixa fest, denn die über 10-jährige Zusammenarbeit der drei Kaiserberggenossenschaften mit den Gemeinden sei ein Erfolgsmodell, das die Weine des Kaiserberges nicht nur in der Region bekannt mache. Der Höhepunkt sei das jährliche Kaiserbergfest beim Heubergturm, das an die 1000 Weinfreunde auf den Kahlenberg locke. Die Diplomsomelière Astrid Hess, die ihr Studium in Südtirol absolvierte, stellte zu Beginn fest, dass die Weine des letzten Herbstes eigentlich noch im Tank seien. Für die Jungweinprobe habe man zwölf Weine vorzeitig in Flaschen abgefüllt. Der letztjährige Herbst sei auf Grund der Wetterbedingungen eigentlich eine Frühgeburt gewesen. Doch im Gegensatz zu anderen Weinregionen sei der Breisgau von Schäden weitgehend verschont geblieben. Nicht nur der Wein, auch die Winzer verdienen Respekt, stellte Hess fest, denn der Weinberg fordere den Winzer mit Rebschnitt, Biegen, Stammputzen, Laubarbeit und Spritzen das ganze Jahr über. Vier Weine der WG Ettenheim und Ringsheim und drei Weine aus Herbolzheim wurden zur Probe ausgeschenkt. Als besonderes Tröpfchen darf der Bürgermeister-Cuvée aus dem Rebsortengarten des Winzers Dietrich Jörger, Bereichsvorsitzender des Badischen Weinbauverbandes, nicht fehlen.

Die Weine wurden paarweise von den Rebwiebern und Rebmännern der Narrenzunft Ringsheim an die Tische gebracht. Naserümpfen ist bei den Weinproben ausdrücklich erlaubt, denn als erstes steckt man selbige ins Glas um die besonderen Noten der Rebsorten zu ergründen. Besonders Fruchtnoten werden mit Hilfe und der Vorgabe der Fachfrau identifiziert und erkannt. Eher weniger bekannt ist die Sorte „Zweigelt“ der WG Ettenheim. Der Wein ist eher in Österreich und in Württemberg verbreitet. 3700 Liter werden im Breisacher Winzerkeller ausgereift. Zum Weißburgunder Kabinett der WG Herbolzheim erklärte die Somelière, dass dieser Wein wegen der Fäulnisgefahr eher früher geherbstet werde. Der Gewürztraminer ist ein Standardwein der WG Ringsheim, der jedes Jahr ausgebaut werde, sagte Hess. Der Wein hat mit seinem unverwechselbaren Geruch und Geschmack viele Liebhaber. Er stamme womöglich aus Ägypten, ließ Hess wissen, seinen Name hat er jedoch von der Gemeinde Tramin in Südtirol.

Ein schöner Begleiter zu diesem Wein sei ein selbstgemachter Hefezopf, der auch promt auf die Tische des Bürgerhauses kam. Zur allgemeinen Stärkung gab es zur Halbzeit ein Winzervesper.

Die beiden Bure zum Alange, im wirklichen Leben Landwirte mit eigenen Höfen im Schwarzwald, waren alleine schon das Eintrittsgeld wert. Sie nahmen ihren Berufsstand in allen Facetten auf die Schippe. Was dabei herauskommt, wenn zwei gestandene Bauern den Melkschemel mit dem Mikrofon tauschen, um mit geistreichem Witz, Ironie, Schlagfertigkeit und Bauernschläue zu brillieren, erlebten die Besucher der Jungweinprobe. Mit ihren Kalauern erzeugten die Bure wahre Lachsalven im Saal. Wortwitz und Gesang, begleitet mit Gitarre und Akkordeon, mehr war nicht nötig, um ein Kabarettprogramm vom Feinsten zu erleben.

Zum Abschluss des gelungenen Abends gab es vom Ringsheimer Bürgermeister viele lobende Worte an viele helfende Hände. Ein Sonderlob ging dabei an die rechte Hand des Bürgermeisters, Annette Hog. Sie hatte wesentlichen Anteil an der Organisation und am Gelingen der Jungweinprobe.

Folgende Weine des Jahrganges 2011 wurden zur Jungweinprobe präsentiert:

WG Ettenheim:
Zweigelt, QbA trocken; Auxerrois QbA trocken, Souvignier gris, Spätlese trocken;
Muscaris Spätlese

WG Herbolzheim:
Spätburgunder Rotwein, QbA trocken; Spätburgunder Weißherbst Kabinett;
Weißburgunder Kabinett

WG Ringsheim:
Spätburgunder Rotwein QbA trocken; Weißburgunder Kabinett trocken;
Grauer Burgunder Kabinett trocken; Gewürztraminer Kabinett

Als Gemeinschaftswerk der WG`s wurde der Bürgermeister-Cuvée vorgestellt.

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]

 Bis auf den letzten Platz besetzt war die Jungweinprobe im Ringsheimer Bürgerhaus
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Jungweinprobe im Ringsheimer Bürgerhaus
 Nichts blieb unbewantwortet beim fachlich fundierten Vortrag der Diplomsomelière Astrid Hess aus He
Nichts blieb unbewantwortet beim fachlich fundierten Vortrag der Diplomsomelière Astrid Hess aus Herbolzheim