Nicht nur ein imposantes Bühnenbild boten die beiden Chöre aus Ringsheim und Staufen, sondern

Der MGV Ringsheim stellt sich neu auf

„Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten“. Mit diesem Zitat von Friedrich Schiller aus seinem Gedicht „Die Macht des Gesanges“, warb der MGV Ringsheim für das Jahreskonzert am vergangenen Samstag im Ringsheimer Bürgerhaus. Seit 130 Jahren gibt es den MGV Ringshein, Grund genug, sich mit neuen Ideen zu präsentieren. Zum ersten Mal bildete der MGV mit dem Gastverein MGV Liederkranz Staufen gemeinsam einen großen Chor von etwa 40 gestandenen Männern. Mit jugendlicher Frische und schwungvollem Elan gab das MGV-Chörle dem Konzert eine besondere Note. Bernhard Kaufmann, der seit vielen Jahren die Geschicke des MGV lenkt, begrüßte besonders die Gäste aus Staufen. Myri Turkenich Dirigentin beider Chöre, hatte sich bekannte Evergreens und Ohrwürmer ausgesucht, die von der Pianistin Izumi Shibate-Wagner am Flügel begleitet wurden.

Bevor der erste Ton gesungen wurde, erschallte über das Mikro ein fröhliches Pfeifen mit der Ankündigung des Liedes „Sing ein Lied wenn du mal traurig bist“. Vor vielen Jahren von Ilse Werner, der „Frau mit Pfiff“, interpretiert. „Ich zähle täglich meine Sorgen“, erinnerte an Peter Alexander und „Kriminaltango“ in der Taverne mit Jacky Brown und Baby Miller animierten zum spontanen leisen Mitsingen. Mit dabei waren auch noch heute bekannte Popsongs von aktuellen Interpreten. „Über sieben Brücken musst du gehn“, war ein Titel von der Gruppe „Karat“ aus der ehemaligen DDR komponiert und von Peter Maffay gecovert. Spätestens bei dem Titel „Marmor, Stein und Eisen bricht“, sangen und klatschten die Zuhörer mit, denn dieser Ohrwurm, von Dravi Deutscher erstmals gesungen, hat zwischenzeitlich Volksmusikcharakter.

Zum Repertoire des MGV gehört schon länger „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Viele erinnerten sich dabei an die rauchige Stimmer des Sängers Bill Ramsey. Dirigentin Myri Turkenich hatte mit ihrem Dirigat alle Hände voll zu tun, um den Chor sicher ins Ziel zu bringen.

Wolfgang Weber vom MGV Staufen erläuterte die Liedbeiträge des Männerchores.

 Swingend und frisch trat
Swingend und frisch trat "s`Chörle" auf

In verstärkter Besetzung trat das Chörle mit 10 Frauen und fünf Männern auf die Bühne. Sie „versteckten“ sich zwar ein wenig hinter zehn Notenständern, aber der Grund lag auf der Hand, denn ihre Hände und Körper bewegten sich im Rhythmus ihrer Lieder, die übrigens fast ausschließlich in englischer Sprache gesungen wurden. Die Pilzköpfe „Beatles“ kamen mit einem Medley im Bürgerhaus zu Ehren. Es waren die unverwechselbaren Lieder wie „She loves you“, „Yesterday“ oder „Hey Jude“, die eine ganze Generation in Aufruhr und Ekstase versetzte. Mit „Goodnight sweetheart“ durfte ein wenig geträumt werden. Zum Schluss hatte das Chörle den Dauerlutscher „Lolipop“ auf der Liste. Ingeborg Schulz führte beim Chörle durch das Programm

Sowohl dem Chörle als auch dem Männer-Doppelchor wurde am Ende des Konzertes viel Applaus gespendet. Mit dem Doppelchor hat der MGV aus der Not eine Tugend gemacht, die den Mangel an Nachwuchs noch einige Jahre kompensieren kann. Beide Vorstände, Bernhard Kaufmann vom MGV Ringsheim und Thomas Lamm aus Staufen, bekundeten ihre Absicht, auch weiterhin gemeinsam zu singen.

Während des Konzertes wurden Ringsheimer Sänger für langjähriges aktives Singen geehrt.

Seit 65 Jahren singen Siegfried Weber, seit 60 Jahren Alfred Fahrländer, Hans Weber, Peter Wieber, und seit 50 Jahren Fritz Person im MGV Ringsheim.

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]