Katholische Frauengemeinschaft lädt zum historischen Ort ein

Es ist zwar außergewöhnlich, wenn nach einem besinnlichen Gottesdienst in der Johanneskapelle, einem historischen Ort, Secco und Häppchen ausgeschenkt und serviert werden, aber warum eigentlich nicht, könnte man aus Anlass dieses Ereignisses auch sagen. Ein bischen  Spiritualität verleiht ein Gläschen Secco nach einem Gottesdienst in freier Natur vor der Johanneskapelle auch. Pfarrer Roland Rettenmaier begrüßte etwa 50 Frauen und einige Männer, die zur Kapelle gekommen waren.

„Willkommen am alten Quellheiligtum“, sagte Rettenamaier und stimmte unter Begleitung von Petra Goldschmidt am Saxophon das Johanneslied an. Johannes der Täufer ist der Schutzheilige der Ringsheimer Kirchengemeinde.

Die heutige Johanneskapelle oberhalb der Bundesstraße enstand im Jahre 1670. Unter ihr entspringt eine Quelle, deren Wasser gefasst und zum so genannten Ochsenbrunnen an der B3 geleitet wird. Die Quelle ist wohl der älteste Punkt in Ringsheim. Davon zeugten Alemannengräber aus dem 7. Jahrhundert nach Christus, die in der Nähe einst gefunden wurden. Und wo Gräber sind hatten sich Menschen angesiedelt. So spricht alles dafür, dass sich die ersten Siedler an dieser Quelle nieder ließen. Der Ursprung der Kapelle ist auf das Jahr 1225 zu datieren, das durch eine päpstliche Bulle an das Stift Ettenheimmünster bezeugt ist. Titular der Kapelle war St. Johannes Baptista. Das lässt vermuten, dass die Quelle von christlichen Missionaren als Taufstelle auserkoren wurde. Im Volksmund wurde die Quelle „Kindlebrunnen“ genannt, aus dem die Hebamme angeblich die kleinen Kinder holte, wie man früher erzählte. Die Kapelle wurde so für Jahrhunderte das örtliche christliche Heiligtum. Zerfiel die Kapelle unter dem Zahn der Zeit oder brannten sie Kriegsscharen nieder, die Ringsheimer erstellten sie wieder, und zwar über der Quelle. Heute ist der Kulturkreis Ringsheim darum bemüht, das geschichtsträchtige Ringsheimer Kleinod zu erhalten.

Nach der Messe lud die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Ringsheim, Birgitta Käfer, zum zwanglosen Gespräch bei einem Gläschen Secco mit Gebäck ein. Und Petrus hatte auch ein Einsehen mit den Ringsheimer Katholiken, denn trotz wolkenverhangenem Himmel blieb es trocken. 

 [Text und Bild: Adelbert Mutz]

 Pfarrer Roland Rettenmaier hielt eine Messe in und vor der Ringsheimer Johanneskapelle. Danach lud
Pfarrer Roland Rettenmaier hielt eine Messe in und vor der Ringsheimer Johanneskapelle. Danach lud die Kath. Frauengemeinschaft zum Gespräch bei Secco und Häppchen ein