Ringsheimer Wehrmänner üben im Feuer

 Vorbereitungen für den Brandcontainer unter Beobachtung des Bürgermeisters und Gemeinderäten
Vorbereitungen für den Brandcontainer unter Beobachtung des Bürgermeisters und Gemeinderäten

Unter nahezu realistischen Bedingungen übten elf Atemschutzgeräteträger der Ringsheimer Feuerwehr in der mobilen Brandsimulationsanlage der EnBW, die beim Gerätehaus der Ettenheimer Feuerwehr stationiert war. Die EnBW stellt den Feuerwehren in Baden-Württemberg die mobile Anlage kostenfrei zur Verfügung, teilten vor Ort Andreas Götz und Simon Löffel vom Regionalzentrum Rheinhausen mit.

Der Energieversorger habe als Konzessionär für Strom- und Gasnetze und zu deren Sicherheit ein Eigeninteresse an einer fachlich fundierten Ausbildung der Wehren. Die Anlage werde aber von Ausbildern der Feuerwehr bedient. Für die Ausbildung der Ringsheimer waren am Übungsabend Kommandant Jürgen Rauer und Peter Vierling, Kreisausbilder für Atemschutz, beide von der Ettenheimer Feuerwehr, zuständig. Die zweistöckige mobile Anlage ist im Innenraum mit einer Wendeltreppe ausgestattet.

Die Brandstellen werden durch Propangas befeuert,  ein Geräusch- und Rauchsimulator sorgt für die Nebeneffekte. In der Anlage werden Brände in Zimmern, in Verteilerkästen und Transformatoren sowie an Gasleitungen simuliert. Selbst ein sogenannter Flash-Over -eine explosionsartige Brandentwicklung unter der Zimmerdecke- war im Übungsprogramm. Keine leichte Aufgabe für die Wehrmänner, zumal mit einer 80 Kilogramm schweren Übungspuppe auch die Personenrettung zu üben war.

Bürgermeister Heinrich Dixa und einige Gemeinderäte machten sich selbst ein Bild über die Leistungsfähigkeit ihrer Wehr. Bevor es ins Feuer ging, gab es durch Peter Vierling eine gründliche Einweisung. Sein Credo: Ausrüstung und Technik müssen zu einhundert Prozent stimmen, die Rettung von Menschenleben und die eigene Sicherheit stünden an erster Stelle. Unter anderem stellte er verschieden Hilfsmittel zur Menschenrettung vor. In Zweiertrupps, ausgerüstet mit Schutzanzug,  Atemschutzgerät und „Wasser an Rohr“ (Vierling), wurde das Vorgehen im Brandcontainer mit verschiedenen Szenarien geübt.  Bei den Übungen  sind die Wehrmänner physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Nicht nur die Temperaturen von 300 bis 600 Grad im Container, sondern die Enge des Einsatzanzug und die Bewegungseinschränkung im Container erfordern eine gute körperliche Fitness. Wenn dann noch eine Person zu retten ist wird es noch schwieriger.

Angst ist für die Feuerwehrmänner ein schlechter Begleiter, dennoch muss es einiges an Überwindung kosten, dem Feuer die Stirn zu bieten. Das wurde den Beobachtern der Szenarien bewusst. Der Ringsheimer Kommandant Frank Biehler sagte, dass man bereits zum fünften Mal im Container sei. Die Übungen seien jeweils ein wichtiger Praxistest. Zwölf Atemschutzgeräte stehen 25 aktiven ausgebildeten Atemschutzträger zur Verfügung, gab Ringsheims Einsatzleiter Volker Kern bekannt. 

[Text und Bild: Adelbert Mutz]