Gemeinderat aus der Partnergemeinde in Ringsheim zu Besuch

Seit über 20 Jahren bestehen die Kontakte der Gemeinde Ringsheim zur französischen Partnergemeinde Albigny/sur Saône, in der Nähe von Lyon. Im kommenden Jahr werden daher in der französischen Partnergemeinde und ein Jahr später in Ringsheim die Jubiläumsfeierlichkeiten für das 20-jährige Bestehen stattfinden. In den Jahren 1993 und 1994 wurde die Partnerschaft an beiden Orten offiziell beurkundet. Dass die Partnerschaft der beiden Gemeinden nicht nur ein Lippenbekenntnis war, davon zeugten die vielen Begegnungen von Erwachsenen und Kindern, die die Idee der Versöhnung der beiden Staaten Deutschland und Frankreich mit Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle im September 1962 in Bonn bekräftigten. Am vergangenen Wochenende waren Mitglieder des Rates aus Albigny zu Gast in Ringsheim.

Bürgermeister Heinrich Dixa, Gemeinderat und Mitglieder des Freundeskreises für Gemeindepartnerschaften empfingen die französische Delegation im Rathaus. Nicht ohne Stolz führte Dixa die Gäste durch das neu gestaltete Gebäude und erläuterte die Funktion und die moderne Technik des Hauses. Als Übersetzerin fungierte Christa Mutz, seit Beginn der Partnerschaft Vorsitzende der Freundeskreises.

Den Begrüßungstrunk im Sitzungssaal des Obergeschosses nutzte der Bürgermeister, um den Gästen die Zukunftsprojekte der Gemeinde zu erläutern. Mit der Rathaussanierung und der Neugestaltung der Herrenstraße, einschließlich privater Sanierungsmaßnahmen sei bereits ein Finanzrahmen von etwa 3,8 Millionen Euro abgesteckt worden. Viel Geld werde die Gemeinde für die Sanierung der Ortsmitte noch in die Hand nehmen, erklärte der Bürgermeister. Eine Seniorenanlage in der Ortsmitte könne er sich gut vorstellen, sagte Dixa. Ein neuer Kindergarten für 20 Kleinkinder sei gerade im Bau, Kosten etwa 900 000 Euro. „Da haben uns die Franzosen etwas voraus“, stellte der Bürgermeister fest. Mit nahezu fünf Millionen Besucher im Europapark in einer Saison, sei die Förderung des Tourismus auch in Ringsheim von besonderer Bedeutung. Mit dem Gewerbegebiet Leimenfeld II wolle man den Tourismus für Ringsheim noch attraktiver gestalten. Die Erweiterung der Fernwärmeversorgung aus der Deponie für den ganzen Ort stehe ebenfalls auf der Agenda der Gemeinde. Der stellvertretende Bürgermeister Gilbert Convard bedankte sich im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen für die Einladung und stellte fest, dass sie bei der Reise nach Ringsheim immer die Sonne im Gepäck hätten. Beim zweitägigen Besuch der Gäste war wieder herrliches Spätsommerwetter. Im Weinhof der WG Ringsheim traf man sich am Abend zum Gedankenaustausch bei Ringsheimer Wein und  badischer Küche aus dem Restaurant Adler. Die Gourmets aus Frankreich waren sowohl vom Keller als auch von der Küche der Ringsheimer voll des Lobes.

Die Nacht mit anschließendem Frühstück verbrachten die Gäste in Ringsheimer Familien. Am Sonntagmorgen besuchten die meisten Gäste aus Albigny den Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Wolfgang Schmelz. Danach brach die Gruppe zu einer einstündigen Wanderung über den Kahlenberg zur „Hummel-Strauße“ auf. Beim Gang durch den Weinberg gab es Informationen über den Weinanbau in der Kaiserbergregion. Nach der Wanderung schmeckte der Sauerbraten mit Nudeln besonders gut. Und der frische süße Flammenkuchen aus dem Ofen der Strauße erinnerte die französischen Gäste an die Nähe zum Elsass. Eine musikalische Überraschung, sehr zur Freude der Franzosen, war der Auftritt des Straußenwirtes Klaus Hummel, der mit seinem Akkordeon französische Chansons spielte. Der Besuch aus Albigny wurde auch zur Planung weiterer Termine genutzt.

Am 4. und 5. Mai 2013 findet in der Partnergemeinde Albigny/sur Saône die Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft statt. Ein Jahr später wird in Ringsheim das Jubiläum gefeiert.

Text und Bild: Adelbert Mutz