10. Jungweinprobe im Bürgerhaus Ringsheim begeisterte die Besucher

Jungweinprobe 2013

Aromen von Apfel, schwarzer Johannisbeere, gar Eisbonbons?

Ja, die finden sich in jungem Wein. Der jüngst in Flaschen abgefüllte Jahrgang 2012 stand am Samstag bei der 10. Jungweinprobe der Winzergenossenschaften Ettenheim, Ringsheim und Herbolzheim im Ringsheimer Bürgerhaus zur Verkostung an.

Über die Geschmackserlebnisse freuen sich auch Peter Schuster, Vorsitzender des badischen Winzerkellers und Dietrich Jörger als Bereichsvorsitzender des badischen Weinbauverbandes sowie die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Nicole Grafmüller aus Wagenstadt.

 Dipl.Ing. Önologe Armin Kunzweiler in seinem Element

Als Probesprecher beeindruckte der akademisch diplomstudierte Önologe (salopp übersetzt: Weinkundler) Armin Kunzweiler mit seinen analytischen Fähigkeiten. Ein Kerner Kabinett von der WG Herbolzheim etwa, erschmeckt vom Fachmann, trägt was von Pfirsich, Zitrusfrüchten und einem Hauch englischer Orangenmarmelade in sich. Nebenbei erzählt Kunzweiler, dass es sich bei dieser 1929 gelungenen Rebsortenzüchtung um eine Kreuzung von Riesling und Trollinger handelt.

Im Ettenheimer Nobling entdeckt Kunzweiler in Spuren Gewürznelken und: "Ein leicht mineralisch-salziges Aroma schließt den Geschmacksspannungsbogen".  Zur Geschmacksdefinition und Orientierung halfen auch die ausgelegten „Aroma-Räder", um etwa fruchtig, blumig oder pflanzlich, etwa grüner Spargel, zu erspüren.

Bei der Wein-Beurteilung gilt es, Farbe, Klarheit, Duft und Geschmack zu definieren. Es darf auch geraten werden, selbst Profis streiten bisweilen darüber. Aber das wichtigste ist, dass der Wein schmeckt; und das war bei den Kaiserbergweinen vollends der Fall. Ob Kabinettsweißburgunder von der WG Ringsheim ("Grapefruit, auch von Waldmeister, sehr schöner Nachhall") oder sogar das gemeinsame "Bürgermeister- Cuvee" (mit hohem Cabernet-Anteil sind sogar Rote Beete heraus zu schmecken). Die Angebotspalette auch der 2012er- Weine präsentiert sich bunt und von hoher Qualität, von Muscaris über Ruländer bis zu Burgundersorten. Zu bemerkten ist, dass das Traubengut für den Bürgermeister-Cuvee aus dem Kaiserberg- Rebsortengarten von den Bürgermeistern der drei Gemeinden höchstpersönlich mit gelesen und getrottet wurden.

 Uli Kofler und Reiner Möhringer begeisterten mit ihrer Musik

Ein Genuss für Augen und Ohren boten Reiner Möhringer und Uli Kofler.  Lieder voller Witz und Charme präsentierte die Herrenkapelle mit ihrer Stimme, Klarinette, Gitarre, Akkordeon, Saxophon und Konzertflügel.

Sowohl im Stil der 20er Jahre verballhorntes "Männer sind so" oder kämpferisch-revolutionär gegen übles "Denglisch-Gebabbel". Da wird Nordic Walking dann im Liedtext eingebadischt: Einfach "am Stöckle laufe".

 Rebwieber und Rebmänner der Narrenzunft Rämässer servierten
Ein Beispiel der zahlreichen Gemälde der Künstlerin Wilma Grußeck

Eine außerordentliche Bereicherung des Abends war die Kunstausstellung von Wilma Grußeck.

Ergänzend zu bunt dekorierten Bühne und Tischen waren die Wände des Bürgerhauses mit prächtigen Gemälden der Künstlerin geschmückt.

Am Ende des vergnüglichen Abends dankte Bürgermeister Dixa allen, die zum Erfolg des Abends beigetragen haben.

Den Winzerinnen und Winzern für die ganzjährige Arbeit in den Weinbergen und die Vor- und Nachbereitung der Jungweinprobe,

den Rebwiebern und Rebmännern der Narrenzunft Rämässer für den stilvoll geleisteten Service während des Abends,

Georg Kaufmann vom Badischen Winzerkeller für die Vorbereitung der verkosteten Weine,

Yannik Große-Rohde für die ehrenamtliche Bedienung des Schaltpultes,

Armin Kunzweiler für die unterhaltsame und fachkundige Weinprobe,

der Herrenkapelle für die Unterhaltung,

Wilma Grußeck für die wundervolle Ausstellung

und seiner Verwaltungsmitarbeiterin Annette Hog für die Organisation des Abends.