Platz für 20 Kleinkinder

Die neue Ringsheimer Kindertagesstätte nimmt im September mit vier zusätzlichen Erzieherinnen ihre Arbeit auf

Noch steht das Gerüst an der neuen Ringsheimer Kindertagesstätte. Noch gehen die Handwerker ein und aus. Noch ist die Fernwärmeleitung für die Heizung nicht verlegt. Aber zum Beginn des neuen Kindergartenjahres im September können Kleinkinder im neuen Haus betreut werden. Davon ist Kindergartenleiterin Nicole Faas überzeugt.

Seit Monaten verbringt sie viel Zeit in ihrem bescheidenen kleinen Büro, wälzt Vorschriften, erstellt Statistiken, bereitet Besprechungen vor und führt Gespräche mit Eltern.

Es werde sich vieles ändern, sagt Faas und das beginnt schon beim Namen. Die Einrichtung heißt künftig nicht mehr Kindergarten (Kiga), sondern Kindertagesstätte (Kita). Die wesentlich umfangreichere Arbeit dreht sich aber um die Erarbeitung der Konzeption, die für den Betrieb der neuen Kita erstellt werden musste. Im Entwurf ist sie fertig, sie muss vom Stiftungsrat der Pfarrgemeinde Ringsheim aber noch genehmigt werden. Ein verbindliches Konzept ist Voraussetzung, um die Betriebserlaubnis zu erhalten, erläutert Faas. Es orientiere sich am Kindeswohl und basiere unter anderem auf dem Orientierungsplan Baden-Württemberg, dem Leitbild der Erzdiözese und den Vorgaben aus dem Sozialgesetzbuch. Das Konzept sei eine verpflichtende Arbeitsgrundlage des Trägers und der Erzieherinnen und gebe einen Einblick in die Grundlagen und Arbeitsabläufe der Kita. Das Profil der Einrichtung werde nach außen vermittelt und für Eltern und Kooperationspartner transparent gemacht.

Derzeit betreuen zehn Erzieherinnen 86 Kinder über drei Jahre im bestehenden Kindergarten in Voll- und Teilzeit. In der neuen Kita kommen vier weitere Erzieherinnen für die Betreuung von 20 Kindern unter drei Jahren hinzu. Erst kürzlich hatte die Gemeinde den Stellenschlüssel mit 1,92 beziehungsweise 1,44 Fachkräften pro Gruppe genehmigt.

Derzeit sind bereits 13 Kinder unter drei Jahren angemeldet. "Da kommen noch weitere Anmeldungen", prophezeit die Leiterin. Die Kleinkindgruppen werden von 7.45 bis 12.15 Uhr beziehungsweise von 7.30 bis 13.30 Uhr betreut, diese Zeiten orientierten sich am Bedarfs. Aufgrund fehlenden Bedarfs fällt zukünftig eine Ganztagesbetreuung für ältere Kinder weg.

Die Verknüpfung der Kleinkindgruppen und dem Kindergarten, die Organisation des Betriebs, die Personalentwicklung und die Umsetzung und Überprüfung der Konzeption werden ein spannender Prozess und eine neue Herausforderung für alle Beteiligten sein, sagt Faas. Der Arbeitsaufwand der Leitung werde dadurch wesentlich größer. Für administrative Aufgaben ist Nicole Faas als Leiterin der Kita von September an zu 70 Prozent freigestellt.

Sie ist froh, dass sich der Gemeinderat unter mehreren Optionen für die Gesamtlösung am alten Standort entschieden hat, trotz reduzierter Fläche für den Außenbereich. Die gewohnte Umgebung in der Ortsmitte und die Betreuung aller Kinder an einem Standort sei auf Dauer eine wichtige pädagogische Konstante.

 

[Text: Adelbert Mutz]