Jahresabschlussübung als personelle und technische Herausforderung

Eine selbst gestellte Herausforderung war die Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Ringsheim am vergangenen Samstag. Übungsobjekt war das mehrstöckige Wohnhaus mit Ökonomiegebäude des Gemeinderates Norbert Kaufmann. Die Ringsheimer Wehr, die DRK-Ortsgruppe und eine Gruppe der Ettenheimer Feuerwehr mit der großen Drehleiter nahmen an der Übung teil.

Die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Beherrschung von Einsatztaktik und Einsatztechnik  waren die Übungsziele. Die Übungsannahme ging von einem Schwelbrand im Dachgeschoss des Gebäudes aus, ausgelöst durch einen defekten Ofen. Dadurch waren die Räume verraucht, drei Personen konnten das Gebäude nicht mehr verlassen.

Nach der Alarmierung fuhr die Ringsheimer Wehr mit drei Fahrzeugen, dem Löschgruppenfahrzeug (LF 16), dem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF W) und dem Mannschaftstransportfahrzeug (MTW), das Objekt an. Die DRK-Ortsgruppe kam mit ihren Rettungskräften mit drei Fahrzeugen an das Übungsobjekt. Einige Minuten danach waren auch die alarmierten Kräfte der Ettenheimer Wehr mit der Drehleiter am Objekt, um mit dem Rettungskorb eingeschlossene Menschen aus dem Dachgeschoss zu retten.

Kräfte der Ringsheimer Wehr durchsuchten mit Atemschutzgeräten die Räume nach weiteren Personen. Die Rettung von außen aus Gebäuden gestaltet sich nicht einfach. Sichere Handhabung der Technik und Schwindelfreiheit sind Voraussetzungen. Eine Person konnte so mit dem Rettungskorb geborgen werden. Zwei weitere Personen wurden über eine Steckleiter gerettet. Kräfte der DRK-Ortsgruppe übernahmen in sicherer Entfernung zum Brandort die Betreuung und Erstversorgung.

Zwischenzeitlich hatten Kräfte der Ringsheimer Wehr mehrere Schlauchleitungen aufgebaut um von verschiedenen Seiten mit der Brandbekämpfung zu beginnen. Mit einer Schlauchleitung, verbunden mit der Drehleiter konnte auch von oben die Brandbekämpfung erfolgen. Nach etwa einer Stunde war die Übung beendet und das Übungsziel erreicht.

Etwa 100 Zuschauer waren zum Übungsobjekt gekommen, um sich von der Leistungsstärke ihrer Wehr zu überzeugen. Dabei wurde deutlich, dass die Anforderungen an die Einsatztechnik immer höher werden. Im scheinbaren Gewirr von Schläuchen, Aggregaten, Kabeln und Fahrzeugtechnik verliert der Betrachter schon einmal die Übersicht. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des DRK verfügen derweil über eine fundierte Ausbildung, um die Technik zu beherrschen und den Überblick zu behalten. Zur besonderen Serviceleistung für die Zuschauer gehörten die Erläuterungen zum Übungsablauf durch Arno Person.

In der anschließenden Besprechung im Tennisheim kam es zur Nagelprobe. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Happersberger sprach von einer soliden Übung, „es wurde sauber gearbeitet“, Personen und Technik müssten übereinstimmen. Er erkannte aber auch Mängel, so die Übergabe von geretteten Personen an das DRK. Die Seilsicherung sei nicht effektiv gewesen und der Lüfter für die Raumentlüftung habe nicht funktioniert.

Kommandant Frank Biehler zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Er bedankte sich für die reibungslose Zusammenarbeit bei der DRK-Ortsgruppe und den Kräften der Ettenheimer Wehr.

Anerkennung über die Leistung und insbesondere über die erfolgreiche Zusammenarbeit der Rettungskräfte zollte Bürgermeister Heinrich Dixa den Beteiligten. „Helfen kann nur wer geschult ist“, so sein Fazit. Die Zusammenarbeit der Rettungskräfte werde für die Zukunft immer wichtiger sein, meinte Dixa. 

 

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]
Mit der Drehleiter der Ettenheimer Wehr wurde eine Person aus dem Dachgeschoss geborgen
Mit der Drehleiter der Ettenheimer Wehr wurde eine Person aus dem Dachgeschoss geborgen
Feuerwehr Hauptübung
Die Rettung von Personen mit der Steckleiter ist aus geringen Höhen möglich
Die reibungslose Zusammenarbeit mit dem DRK ist wichtig
Brandbekämpfung von oben mit der Drehleiter