Jeder Esel ist eine Persönlichkeit

Sorge dafür, dass deine Gedanken die Gedanken deines Esels werden, doch verstehe seine Gedanken zuerst. Mit dieser philosophischen Weisheit wurde im Ringsheimer Ferienprogramm für eine Kleine Wanderung mit Eseln des Tiergeheges auf dem Ringsheimer Kahlenberg geworben.

Das Interesse ist Jahr für Jahr groß. Acht Kinder hatten das Glück den schon ein bischen berühmten Eseln Napoleon, Pythagoras, Pauline, Mephisto, Alastor und Odette ganz nahe zu sein. Seit 1998 gibt es bereits das Eselgehege mit der Eselgruppe, die von Bärbel Gibis und jungen Helferinnen fachkundig betreut werden. Das Tiergehege auf dem Gelände des Zweckverbandes ist seit Jahren ein Ausflugsziel für Familien. Aus der riesigen renaturierten Fläche der ehemaligen Deponie ist inzwischen ein Naherholungsgebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren geworden. Die Mitarbeiter des Zweckverbandes betreuen eine große Zahl von einheimischen und exotischen Tieren in großen Außengehegen. Neben Pferden, Ponys, Ziegen, Schafen und Hängebauchschweinen, sind die Esel die eigentlichen Stars auf dem Gelände.

Einen Nachmittag lang durften Kinder mit den Tieren auf eine kleine Tour durch den Kahlenberg gehen. Eine Stunde lang dauerte die Vorbereitung, bevor es auf die Strecke ging. Bärbel Gibis und ihre drei bereits fachkundigen Helferinnen Amelie Berndt, Jana Erny und Julia Kunow, gaben wichtige Tips und Hinweise für den Umgang mit den Tieren. Selbst über die Anatomie des Esels wurden die Kinder informiert. Besonders wichtig sei die Fußpflege, meinte Jana Erny. Die Hufe müssten alle paar Wochen geschnitten werden. „Wenn Du das Hinterteil bürstest, musst Du ganz ran an das Tier, damit es Dich nicht treten kann“, meinte Bärbel Gibis zu einem Kind beim Bürsten des Felles. „Immer mit den Eseln reden“, war ein weiterer Hinweis an die Kinder. Mit behutsamem Strich wurde das Fell immer wieder gebürstet, zum sichtlichen Wohl der Tiere. Selbst die Eselohren wurden mit einem Papiertuch gereinigt, „das ist wegen der Insekten“, sagte die Expertin. Und Insekten können bei schwülem Wetter eine richtige Plage für die Felltiere sein. Mit einem Fußspray wurden die Plagegeister von den Tieren fern gehalten.

Mit drei Eseln ging es dann auf Wanderung. „Den Esel kurz halten, er darf euch nicht überholen und während der Wanderung ist fressen nicht erlaubt“, waren noch wichtige Tips von Gibis, bevor es los ging. Unterwegs wurde immer wieder Rast gemacht, wo bei Ratespielen rund um die Eselei kleine Preise zu gewinnen waren. Die elfjährige Julia Kunow kommt seit eineinhalb Jahren regelmäßig in das Tiergehege zu den Eseln um bei der Pflege mitzuarbeiten. „Es macht mir sehr viel Spaß, für mich ist es ein schönes Hobby“, sagte Julia. Sie kennt die besonderen und unterschiedlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen der sechs Esel sehr genau, denn alle sind ein wenig anders.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]