Die Architektin der Familienklassen in Ringsheim geht in den Ruhestand

Gisela Frank, seit 23 Jahren Lehrerin an der Karl Person-Schule in Ringsheim, wurde in einer bewegten Feier in den Ruhestand verabschiedet.

Die Kinder der Familienklassen blickten unter der Leitung von Silvia Berndt in einem musikalischen Kaleidoskop auf das Wirken der Lehrerin zurück. Bei ihren jungen Kolleginnen flossen auch Tränen des Abschieds. Ihre Idee, Elemente der Freiarbeit in den Unterricht einfließen zu lassen, war der Beginn für die Einrichtung der Familienklassen, was letztlich auch die  Standortsicherung der Schule bedeutete.

Gisela Frank habe an der Schule viel bewegt, sagte Rektor Alexander Brucher in seiner Ansprache. Die Schule sei fest mit ihrem Namen und ihrer Arbeit verbunden. Ihr Interesse an innovativen Unterrichtskonzepten habe auch ihre Kolleginnen mitgerissen. Die Familienklassen wären ohne sie nicht entstanden. Ihre erste Stelle hat die „Frau aus dem Ruhrpott“ (Brucher) 1978 in Allmannsweier angetreten. Nach weiteren Stationen in Lahr kam sie im Jahre 1991 an die Grund- und Hauptschule nach Ringsheim. Sie habe fast alles unterrichtet, lobte Brucher seine Kollegin. Das Unterrichtsmodell der Familienklassen sei auch bei anderen Schulen auf Interesse gestoßen. Ihre offene Art, ihr gesundes Maß an Kritik und ihr einzigartiger Humor werde noch lange den positiven Geist der Schule prägen. Für die jungen Kolleginnen war es ein zum Teil tränenreicher Abschied. Dass Frank ein Rolling-Stones-Fan ist, wurde erst bei der Abschiedsfeier bekannt. Zwei Kolleginnen sangen ihr zum Abschied ein selbst getextetes Lied auf eine Rolling-Stones-Melodie.

„Was sollen wir bloß ohne Deinen rheinischen Humor machen?“, meinte Kollegin Nadine Bumann.

Im Namen aller Eltern und der Kinder dankte die Elternvertreterin Daniele Keyser. Viele Eltern seien ihre Schüler gewesen, meinte Keyser und erwähnte besonders die konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Kinder seien bei ihr im Vordergrund gestanden. Ein Buchgeschenk mit dem Titel „Eltern und andere Tiefpunkte im Leben einer Lehrerin“ sorgte für Schmunzeln. Im Namen der Gemeinde und des Gemeinderates dankte der stellvertretende Bürgermeister Martin Weber der „erfahrenden Pädagogin“, die mit neuen Ideen neue und notwendige Wege in der Ringsheimer Schule zum Wohle der Kinder aufgezeigt habe.

Rektor Alexander Brucher verabschiedete Gisela Frank mit Lob und Dank in den Ruhestand

Drei Schulleiter habe sie erlebt, sagte Frank in ihrer Abschiedsrede. Rolf Kirnberger habe sie 1991 an die Schule nach Ringsheim geholt, 17 Jahre habe man gut zusammen gearbeitet. Ihm folgte einige Jahre Herbert Metzger, nach seiner Pensionierung setzte im vergangenen Jahr Alexander Brucher die erfolgreiche Arbeit an der Ringheimer Grundschule fort. Es sei ein Rückblick auf eine ganz schöne Schulzeit, meinte Frank und reflektierte mit einigen Annekdoten die Zeit in Ringsheim. Ihr Dank galt besonders ihrer Familie und den engsten Freunden. „Der Beruf hat mir Spaß gemacht, ich bin jeden Tag gerne hier her gekommen“, sagte Frank. Über die pädagogische Ausrichtung habe man viel diskutiert, miteinander gearbeitet und auch gelacht. Sie gehe aber gerne in den Ruhestand, Ideen für die neu gewonnene Zeit habe sie genug und ihr rheinischer Humor wird wohl auch ein Markenzeichen von ihr bleiben. „Ich geh` das erste Mal in Pension, ich freu` mich auf die Zeit mit meiner Familie, ihr habt mich jetzt an der Backe“, scherzte die Neupensionärin und fügte ihrem Naturell entsprechend ein Zitat von Karl Valentin an: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn  ich mich nicht freue, regnet es auch“.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]