Wasserpark entwickelt sich Schritt für Schritt, aber alles zunächst kleiner

„Das Projekt hat sich weiter verändert“, erklärte Kreft von Byern von der Geschäftsleitung des Europa-Parkes zu Beginn der Sitzung den Mitgliedern des Zweckverbandes Tourismus-Dienstleistung-Freizeit Ringsheim/Rust (ZVT) im Sitzungssaal des Ringsheimer Rathauses. Das Interesse der Bürger war indes sehr dürftig, man war fast unter sich, zwei Bürger hatten sich neben Gemeinderäten und Parkleitung eingefunden. Derweil bekundeten erneut beide Bürgermeister, Heinrich Dixa, Ringsheim und Kai-Achim Klare Rust, als auch Kreft von Byern den Wunsch, das Thema Wasserpark offen zu gestalten und die Bürger bei den weiteren Planungsschritten mitzunehmen. Fachgutachter erläuterten in der Sitzung den derzeitigen Verfahrensstand der Planungen.


Von der ursprünglichen Planung eines großen Indoorbereiches (geschlossene Badehalle), habe man Abstand genommen, sagte Kreft von Byern. Der Entwicklungsschritt sei zu groß, die Kosten zu hoch. Stattdessen entsteht eine kleinere Halle mit einer Fläche von 19 000 Quadratmetern. Zugleich wird in der ersten Phase ein Hotel entstehen, analog Bell Rock (aber ohne Schwimmbecken), weil die Nachfrage nach Übernachtungen sehr hoch sei und die Region dies nicht befrieden könne, so Kreft von Byern. In weiteren Schritten sei sowohl die Entwicklung des Außenbereiches (Außenbecken) als auch die Erweiterung des Indoorbereiches angedacht. Mehr Flexibilität und eine geringere Herausforderung an die Infrastruktur seien damit verbunden. Dies reduziere auch den Wasserverbrauch. Die Befürchtung, dass das Trinkwasser knapp werde, wird auch vom Fachberater Peter Sackmann vom Ingenieurbüro Zink, Lauf, nicht geteilt, da leistungsfähige Ringleitungen die Gemeinden absichere. Die Wasserversorgung des Parkes werde mit einem eigenen Brunnen erfolgen, so Kreft von Byern. Man sei in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, erste Bohrungen hätten gute Ergebnisse gebracht, möglicherweise mit Trinkwasserqualität. Regenwasser soll durch Versickerung abfließen, Schmutzwasser soll durch moderne Technologie reduziert und danach zum Verbandssammler in Kappel zugeführt werden.

Planer Holger Fischer aus Freiburg ist mit der Fortführung zur Änderung des Flächennutzungsplanes betraut, der sich nur noch auf die Fläche des Sondergebietes 1 (Wasserpark) bezieht. Zum Bebauungsplan fehle noch der Fachbeitrag Naturschutz. Bis Januar kommenden Jahres solle der Bebauungsplan fertig sein. Gerhard Babik, Fachplaner für Ökologie und Artenschutz, erstellt den Umweltbericht und einen artenschutzrechtlichen Fachbeitrag. „Wir sind noch im Gelände, die Vegetationsperiode ist unser Spielraum“, sagte Babik. Erste Ergebnisse seien im November zu erwarten. Zu lösen sei besonders das Hauptproblem Fledermäuse und Brutvögel, am Ende werde der Ökobedarf festgestellt. Breiten Raum in der Diskussion nahm die künftige Verkehrsführung, besonders für den ankommenden Besucherverkehr über einen Byepass zur verlängerten Ritterstraße ein. Durch reduzierte Besucherzahlen könne man eventuell auf eine Unterführung unter der Ritterstraße hindurch für Wasserparkbesucher verzichten und den Besucherverkehr über einen Kreisverkehr anbinden. „Die Ritterstraße wird leiden“, argumentierte Gemeinderätin Elke-Maria Ringwald aus Rust, denn die Ruster würden auf der Fahrt zur BAB am Kreisverkehr im Stau stehen. Die Befürchtung teilte auch Bürgermeister Klare: „Wenn Rust dicht ist, ist die Ritterstraße die Nabelschnur“, argumentierte Klare. Ein Ringnetz von Fahrradwegen soll das Gebiet für Radfahrer erschließen, zeigte Sackmann auf und erwähnte, dass die Grundsätze mit der Verkehrsbehörde abgestimmt seien, „wir legen mit der Planung los“. Eine weitere Entflechtung der Verkehrsströme werde der Ausbau des erweiterten Autobahnanschlusses bei Ringsheim bringen, nachdem durch Verwaltungsgerichtsverfahren in anderer Sache das Projekt ins Stocken kam, sagte Michael Thoma, Anwalt des Europa-Parkes. Der von Süden ankommende Verkehr sorgt am östlichen Byepass-Kreisverkehr für längere Staus. Mit einer direkten Zufahrt zur Kreisstraße sollen Staus verhindert werden. Zuständig für das Projekt sei nicht mehr das Landratsamt, sondern das Regierungspräsidium Freiburg. In der ersten Jahreshälfte 2017 rechnet Kreft von Byern mit der Eröffnung des 1. Teilbereichs des Wasserparkes (erste Indoorhalle und Hotel). Doch zuvor sind die Fachgutachter und die Genehmigungsbehörden am Zug.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]